22 Weltpremieren im Programm: Filmfest Hamburg feiert 30-Jähriges

Hamburg - Zwei Jahre lang musste das Filmfest Hamburg coronabedingt mit deutlich geringerem Sitzplatz-Angebot in den Kinos auskommen, nun kann die zehntägige Veranstaltung wieder aus dem Vollen schöpfen.

Vom 29. September bis zum 8. Oktober werden mehr als 110 ausgewählte Langfilme aus 58 Ländern in den fünf Festival-Kinos gezeigt. (Archivbild)
Vom 29. September bis zum 8. Oktober werden mehr als 110 ausgewählte Langfilme aus 58 Ländern in den fünf Festival-Kinos gezeigt. (Archivbild)  © Markus Scholz/dpa

"Wir freuen uns sehr, dass wir ein 100-prozentiges Filmfest machen dürfen. Wir haben uns trotzdem entschieden, dass wir gewisse Vorstellungen doch mit Abstand verkaufen. Das nimmt vielleicht von vielen die Unsicherheit weg", sagte Festivalleiter Albert Wiederspiel (61) am Dienstag in Hamburg.

Vom 29. September bis zum 8. Oktober werden mehr als 110 ausgewählte Langfilme aus 58 Ländern in den fünf Festival-Kinos gezeigt. Etwa 280 Vorstellungen sind geplant, inklusive Filmfest-ums-Eck-Sondervorführungen in den Stadtteilkinos.

Alle Streifen sind mindestens Deutschlandpremieren, oft auch Europa- oder gar Weltpremieren. So wie der Eröffnungsfilm "Wir sind dann wohl die Angehörigen" von Hans-Christian Schmid (57) über die Entführung des Publizisten und Zigaretten-Erben Jan Philipp Reemtsma (69) aus der Sicht seines Sohnes. Es ist eine von 22 Weltpremieren auf dem Filmfest Hamburg.

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Auf dem Programm stehen auch wieder zahlreiche Streifen, die bereits erfolgreich auf den Filmfestivals in Cannes, Locarno, Venedig und Kopenhagen liefen.

Auf den roten Teppichen des Filmfestes werden entsprechend namhafte Regisseurinnen und Regisseure sowie Schauspielerinnen und Schauspieler erwartet.

Spagat zwischen Arthouse-Streifen und breiten Unterhaltungsfilmen

Auf die Verleihung des Douglas-Sirk-Preises an den österreichischen Regisseur Ulrich Seidl (69) ist wegen Vorwürfen zu schlechten Arbeitsbedingungen am Set verzichtet worden.
Auf die Verleihung des Douglas-Sirk-Preises an den österreichischen Regisseur Ulrich Seidl (69) ist wegen Vorwürfen zu schlechten Arbeitsbedingungen am Set verzichtet worden.  © Joerg Carstensen/dpa

Wie immer wagt das Filmfest Hamburg dabei wieder einen Spagat zwischen extremen Arthouse-Streifen und den breiten Unterhaltungsfilmen. Zudem ist das Filmfest Gastgeber für das ukrainische Internationale Molodist Filmfestival, das vom 30. September bis zum 5. Oktober im Programmkino Alabama auf Kampnagel ukrainische Kurz- und Langfilme zeigen wird.

Auf dem Filmfest werden Auszeichnungen mit einem Preisgeld von insgesamt 110.000 Euro vergeben. Auf die Verleihung des Douglas-Sirk-Preises an den österreichischen Regisseur Ulrich Seidl (69) ist dagegen wegen Vorwürfen zu schlechten Arbeitsbedingungen am Set verzichtet worden, wie Wiederspiel sagte. Das Filmfest-Team habe sich deshalb entschieden, den Preis nicht zu verleihen, "da die Vorwürfe eine Preisverleihung überschatten würden".

Um das 30-jährige Bestehen des Filmfestes Hamburg zu feiern, wird es einen Dauerpass für alle unter 31-Jährigen geben. Sie können für nur 30 Euro bis zu drei Filme am Tag schauen. Ansonsten liegen die Preise in der Regel bei 9,50 Euro pro Film.

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Wiederspiel ist seit 2003 Leiter des Filmfestes. Diese Ausgabe wird seine vorletzte sein, bevor er das Filmfest einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin übergeben wird.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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