Deutschlandpremiere von "Harry Potter" in Gefahr!

Hamburg – Während so manches Theater bereits mitten in den den Vorbereitungen für den Saisonstart steckt, knüpft das Hamburger Mehr!-Theater den Start an Bedingungen. Ob es am 4. Oktober endlich zur Premiere von "Harry Potter und das verwunschene Kind" kommt, ist noch unklar.

Die Schauspieler stehen bei der Fotoprobe des Theaterstücks "Harry Potter und das verwunschene Kind" auf der Bühne des "mehr!-Theater".
Die Schauspieler stehen bei der Fotoprobe des Theaterstücks "Harry Potter und das verwunschene Kind" auf der Bühne des "mehr!-Theater".  © Axel Heimken/dpa

"Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen, das keine Subventionen bekommt und wir haben seit Mitte März ein Berufs- und Aufführungsverbot. Wir leiden extrem unter der Krise", sagte Produzent Maik Klokow am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. 

Bei einer Premiere im Oktober könne es sich das Theater nicht leisten, vor weniger Leuten zu spielen. "Das ist finanziell schlicht nicht umsetzbar. Da müsste es dann sonst eine Ausgleichszahlung von der Stadt geben." Zuvor hatte der Radiosender NDR 90,3 berichtet.

Die ursprünglich für Mitte März geplante Premiere des magischen Stücks musste coronabedingt abgesagt werden. Bis dahin waren Klokow zufolge etwa 300.000 Tickets verkauft worden.

"Wir haben viele Millionen in den Umbau investiert, hatten hohe Anlaufkosten der Produktion und im Marketing. Hinzu kommt die Umbuchung von zigtausenden Kunden. Das sind Schäden, die uns belasten, so dass wir jetzt nicht auch noch vor kleinerem Publikum spielen könnten."

Diese Einschränkungen beträfen viele Theater. "Wir sind in Abstimmungen mit den Behörden, wie wir die Social Distancing Regeln anpassen können, beispielsweise über Masken und Rückverfolgbarkeit der Daten jedes Besuchers." In anderen Bundesländern sei das bereits möglich. "Privatwirtschaftlich betriebene Bühnen können mit geringeren Auslastungen im Theatersaal einfach nicht arbeiten."

Mindestabstand auf Bühne nicht gewährleistet

Ein zweiter Punkt sei, dass auch auf der Bühne die Abstände nicht eingehalten werden können - ohne die Struktur des Stücks zu gefährden.

"Wir können ein Stück wie "Harry Potter und das verwunschene Kind" nicht einfach uminszenieren, denn dann entspricht es nicht mehr dem Original, und wir hätten gar nicht die Rechte, das anders zu inszenieren. Das ist alles undenkbar", sagte Produzent Klokow dem NDR.

Im August wollen Klokow und sein Team entscheiden, ob die "Harry Potter"-Premiere im Herbst wie bisher geplant gefeiert werden kann. Der Umbau des Mehr! Theaters am Großmarkt hatte 42 Millionen Euro gekostet.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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