Drittes Geschlecht "divers": So viele Menschen haben sich umgemeldet

Hamburg – Bereits seit zwei Jahren kann bei den Standesämtern nicht nur weiblich und männlich als Geschlecht im Geburtenregister eingetragen werden, sondern auch divers.

Im zweiten Jahr nach der Einführung des dritten Geschlechts haben sich in Hamburg sieben Menschen als divers registrieren lassen.
Im zweiten Jahr nach der Einführung des dritten Geschlechts haben sich in Hamburg sieben Menschen als divers registrieren lassen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Festlegung auf das dritte Geschlecht kann auch im Erwachsenenalter noch vorgenommen werden.

In Hamburg haben in diesem Jahr bislang sieben Menschen ihr Geschlecht offiziell zu "divers" ändern lassen, wie das zuständige Bezirksamt Harburg der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage mitteilte.

Die Erklärungen waren demzufolge in den Bezirken Bergedorf (4), Nord (2) und Eimsbüttel (1) abgegeben worden. In Harburg, Altona, Wandsbek und Mitte gab es dagegen keine Anträge auf Eintragung des dritten Geschlechts.

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Zudem haben mehrere Menschen ihr Geschlecht nachträglich von weiblich zu männlich oder umgekehrt ändern lassen. Insgesamt haben das in Hamburg bis Anfang Dezember dieses Jahres 23 Menschen genutzt.

Am häufigsten - 14 Mal - haben die Antragsteller ihr Geschlecht dabei von weiblich zu männlich umtragen lassen. Zudem haben neun Männer ihr Geschlecht im Geburtenregister auf weiblich umschreiben lassen.

Unter den 32 Menschen, die ihr Geschlecht zu männlich, weiblich oder divers ändern ließen, waren auch zwei Minderjährige, wie das Bezirksamt weiter bekannt gab. Bei Neugeborenen ist von der Möglichkeit, das Kind als divers registrieren zu lassen, kein Gebrauch gemacht worden.

Seit Januar 2019 ist neben männlich und weiblich im Geburtenregister auch die Option divers für intersexuelle Menschen möglich. Damit setzte der Bundestag eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts um.

Die bisherige Pflicht, einen Menschen dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen, wurde darin als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot gewertet.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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