Insider erklärt: So legen Influencer*innen ihre Preise fest

Hamburg - Als Mitarbeiter einer Influencer-Agentur kennt Robin Seiler (23) die Vorurteile gegen seine Branche. Im Rahmen der Tincon während des "Reeperbahn Festivals" in Hamburg sprach er nun über die möglichen Gründe dafür und gab einen Einblick in seine Arbeit.

Robin Seiler (23) spricht in seinem Vortrag im Rahmen der Tincon über die Arbeit einer Influencer-Agentur.
Robin Seiler (23) spricht in seinem Vortrag im Rahmen der Tincon über die Arbeit einer Influencer-Agentur.  © TAG24

"Leute hassen Influencer", lautet dabei Robins klare These. Und damit spricht er wohl tatsächlich dem ein oder anderen aus der Seele. Allen voran auch Entertainer Oliver Pocher (44), der als prominenter Vertreter immer wieder öffentlich gegen die Influencer-Branche wütet.

Das schlechte Image führt bereits so weit, dass viele Influencer*innen inzwischen nach neuen Begriffen für ihre Arbeit suchen. Sie nennen sich Blogger, Streamer, Artists oder Content Creator. "Doch all das gehört nun mal zu dem Oberbegriff des Influencers", so Robin.

Doch woher kommt eigentlich der schlechte Ruf dieser Branche? Zunächst einmal kann natürlich jeder und jede sein Glück als Influencer versuchen. Eine Ausbildung braucht es dazu nicht. Gleichzeitig lässt sich aber ganz schön viel Geld in der Branche verdienen.

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Das Credo für den schlechten Ruf könnte also lauten: "Influencer verdienen zu viel Geld für das, was sie leisten", fasst es Robin in seinem Vortrag zusammen. Doch er kennt auch die Risiken, die mit einer solchen Berufswahl einhergehen.

Welchen Preis können Influencer für Werbe-Posts verlangen?

Die Preise für Influencer-Werbung hängen vor allem von der Reichweite ab.
Die Preise für Influencer-Werbung hängen vor allem von der Reichweite ab.  © gstockstudio/123rf

Denn meist sind Influencer Selbstständige, die in dem Alter noch kaum Berufserfahrung haben. So gehört derzeit eine 16-Jährige, Fibi Pfeiffer alias xFibii, zu den Top-Stars der deutschen Twitch-Szene.

Typischerweise kümmern sich dann noch die Eltern um die bürokratischen Angelegenheiten im Hintergrund. Der Job bleibt dabei aber immer von der Reichweite abhängig und ist damit sehr risikoreich.

Kein Wunder also, dass der ein oder andere auch Produkte vermarktet, hinter denen er oder sie persönlich gar nicht steht. Denn: Immer mehr Marken und Unternehmen greifen zu Influencer-Marketing - und das lohnt sich am Ende für beide Seiten!

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Aber wie entstehen eigentlich die Preise, die Unternehmen den Influencern für ihre Werbung in den sozialen Netzwerken bezahlen?

Auch hier gibt Robin einen Einblick in die Branche: Denn der Preis für einen Post richte sich üblicherweise nach dem CPM (also: Cost-Per-Mille, das ist der Preis einer Werbeanzeige pro Tausend Views).

Dem folge eine einfache Rechnung: Hat ein Influencer etwa einen durchschnittlichen CPM von 70 festgelegt, erhält er bei 100.000 Views 7000 Euro (100.000 x 0,07 = 7000).

Was kann die Szene gegen ihren schlechten Ruf tun?

Zum Schluss wagt Robin noch einen Ausblick: Was können Influencer*innen seiner Meinung nach tun, um sich langfristig gegen ihr schlechtes Image einzusetzen? Er selbst sieht den Schlüssel in der Professionalisierung.

Um ihrem Vorbildcharakter gerecht werden zu können, sollten Influencer stärker auf die Zusammenarbeit mit seriösen Agenturen setzen. "Außerdem ist Selbstreflektion bei jeglichen Posts angesagt", so Robin.

Titelfoto: gstockstudio/123rf

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