Trotz Lockdown: NS-Ausstellung öffnet ihre Tore an der Alster

Hamburg – Wer sich für Hamburgische Geschichte interessiert, hat von Dienstag an einen neuen Anlaufpunkt. Trotz der Corona-Beschränkungen können sich Besucher der Zentralbibliothek über wenig bekannte Aspekte der NS-Zeit an der Alster informieren.

Blick in das Foyer der Hamburger Zentralbibliothek.
Blick in das Foyer der Hamburger Zentralbibliothek.  © Jonas Klüter/dpa

"Rund um die Alster - Hamburger Geschichte im Nationalsozialismus" lautet der Titel der Schau in der Zentralbibliothek, ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Auf 22 Tafeln zeigt die KZ-Gedenkstätte Neuengamme Orte, die in jener Zeit aus unterschiedlichen Gründen von besonderer Bedeutung waren. "Es geht um Machtausübung und Opportunismus, um Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit, aber auch um resistentes Verhalten und Widerstand", heißt es im Flyer zur Ausstellung.

Über das Hotel "Atlantic" schreiben die Autoren, dass Adolf Hitler bei Hamburgbesuchen oft mit seinem Stab dort residiert habe. Auf der Tafel zum ehemals jüdischen Grindelviertel erklären die Ausstellungsmacher, dass die Nationalsozialisten ab Oktober 1941 etwa 6700 Juden aus Hamburg deportierten.

Hamburger Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" hätten sich in der Buchhandlung "Agentur des Rauhen Hauses" am Jungfernstieg getroffen.

Ganz in der Nähe am Ballindamm habe das Gebäude der Reederei Hapag 1943 ein Kriegsgericht der Marine beherbergt. Mitten auf der Außenalster sei im Krieg eine Flakbatterie mit mehreren Geschützen installiert worden.

Gelände ist weiterhin zugänglich

Eine reguläre Eröffnung der Ausstellung sowie Führungen sind wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich. Der Kurator der Schau, Herbert Diercks, will jedoch am 9. Februar um 18 Uhr Geschichten online vorstellen, die sich damals rund um die Alster abspielten.

Nach der bis zum 14. Februar geltenden Corona-Verordnung dürfen die Bücherhallen und Hamburger Gedenkstätten öffnen.

Die Räumlichkeiten der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sind geschlossen, das Gelände ist aber unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsbedingungen weiterhin zugänglich.

Titelfoto: Jonas Klüter/dpa

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