Weltraum-Mission startet mitten in Hamburg! Das steckt hinter der Aktion

Hamburg - Der Zugang zum Weltall befindet sich in den Hamburger Deichtorhallen!

Tom Sachs (55) hat die Weltraummission mit seinem Team in den Hamburger Deichtorhallen geschaffen.
Tom Sachs (55) hat die Weltraummission mit seinem Team in den Hamburger Deichtorhallen geschaffen.  © Christian Charisius/dpa

Seit 2007 arbeitet der amerikanische Künstler Tom Sachs (55) an seinem "Space Program", bei dem er Weltraum-Missionen inszeniert. Jetzt lädt der 55-jährige New Yorker die Besucher in den Deichtorhallen zu einer imaginären Reise zum Asteroiden Vesta ein.

"Unser Ziel ist es, die mineralischen Seltenen Erden des Protoplaneten abzubauen und somit den unbändigen Hunger der Menschen nach Technologie zu stillen", sagte Sachs am Freitag in Hamburg. Seltene Erden werden vor allem für Mobiltelefone gebraucht.

Aus Sperrholz, Pappe und Heißkleber haben der 55-Jährige und sein Team Mix-Media-Skulpturen geschaffen, die täuschend echt aussehen – sogar die NASA soll begeistert sein.

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Zu sehen sind auf 3000 Quadratmetern bis zum 10. April 2022 unter anderem eine akribisch nachgebaute Landefähre, mit der die amerikanischen Astronauten auf dem Mond gelandet sind und ein Raumfahrtkontrollzentrum.

Dazu wird es am Samstag (18. September) eine 12-stündige Live-Performance geben, bei der Künstlerinnen als Astronautinnen zum Asteroiden "fliegen" und Gesteinsproben nehmen.

Weitere Eindrücke vom "Space Program"

War das Original dieses Fahrzeugs auf dem Mond, oder entspringt es Sachs' Fantasie?
War das Original dieses Fahrzeugs auf dem Mond, oder entspringt es Sachs' Fantasie?  © Christian Charisius/dpa
In den Deichtorhallen steht auch eine nachgebaute Landefähre der Apollo-Mondmission.
In den Deichtorhallen steht auch eine nachgebaute Landefähre der Apollo-Mondmission.  © Christian Charisius/dpa

Besucher müssen für exklusive Bereiche Aufgaben erledigen

Weltraumanzüge und ein zur Quarantäne-Station umgebautes Wohnmobil sind in der Ausstellung zu sehen.
Weltraumanzüge und ein zur Quarantäne-Station umgebautes Wohnmobil sind in der Ausstellung zu sehen.  © Christian Charisius/dpa

In einigen Bereichen können die Besucher auch mitwirken: So können sie sich einem "Indoktrinationsprozess" unterziehen und Teil der Space-Mission werden. Dafür müssen sie diverse Aufgaben ausführen und zum Beispiel Schrauben sortieren. Danach erhalten sie exklusiven Zutritt zu einigen Bereichen, unter anderem zur "Transsubstantiation" (lat. für Wesensverwandlung).

Bei dem Ritual müssen sich die Besucher von ihren Mobiltelefonen trennen, die anschließend zerstört werden. Dabei soll die Hardware für den Körper und die SIM-Karte für den Geist stehen. "Wir müssen uns von unserer Sucht nach Smartphones befreien", erläutert Sachs.

Der Künstler will an einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Umwelt appellieren: "Wenn wir respektvoll mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen und Dinge schaffen, die bleiben und nicht nur verkauft werden sollen, haben wir eine größere Chance, in Harmonie mit der Natur zu leben."

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Es ist bereits die vierte künstlerische Weltraum-Mission des gebürtigen New Yorkers: 2007 ging es zum Mond, 2012 zum Mars und 2016 zum Jupitermond Europa.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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