Ex-Let's-Dance-Star Benjamin Piwko: Das bedeutet die Maskenpflicht für Gehörlose

Hamburg - Seit dem 27. April herrscht in Deutschland Maskenpflicht. Im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen müssen Menschen eine Mundbedeckung tragen.

2019 nahm Benjamin Piwko gemeinsam mit Isabel Edvardsson an der RTL-Sendung "Let's Dance" teil.
2019 nahm Benjamin Piwko gemeinsam mit Isabel Edvardsson an der RTL-Sendung "Let's Dance" teil.  © Henning Kaiser/dpa

Dies stellt allerdings eine Menschengruppe vor besondere Probleme: Gehörlose. Sie können nicht so nicht immer mehr die Lippen ihres Gegenüber lesen.

In einem RTL-Interview hat der ehemalige "Let's Dance"-Star und Schauspieler Benjamin Piwko (40) erklärt, wie er als Betroffener mit der derzeitigen Situation umgeht.

"Die Maskenpflicht stört mich nicht", sagte der gebürtige Hamburger. "Die Sicherheit und der Schutz der Menschen sind einfach wichtig."

Dabei ist die derzeitige Situation alles andere als leicht für den 40-Jährigen. Selbst bei Nachrichten kann er nicht immer alles verstehen, auch wenn mittlerweile bei vielen Sendungen Dolmetscher eingesetzt werden.

"Im Moment ist es so, dass mehr Dolmetscher im Fernsehen zu sehen sind. Das ist für mich gerade neu. Man sieht das in der ganzen Welt, überall sind Dolmetscher bei Live-Übertragungen", erklärte Piwko.

In Deutschland sei hingegen die Untertitelung oftmals ein Problem. "Manchmal sind die auch nicht richtig, oder zu spät", erklärt der Schauspieler.

Um dies zu ändern, hatte er sich gemeinsam mit anderen Menschen eine Petition ins Leben gerufen, die für mehr Dolmetscher im Fernsehen plädierte. "Ich habe so viel gekämpft auch mit anderen Gehörlosen und Hörenden. Wir haben darüber gesprochen, dass wir keine Infos kriegen und keine Dolmetscher eingesetzt wurden." 

Piwko kommuniziert über andere Wege

Der 40-jährige Schauspieler ist gehörlos.
Der 40-jährige Schauspieler ist gehörlos.  © TAG24/Robert Stoll

Er habe eine Petition ins Leben gerufen und Erfolg damit gehabt, wie in der derzeitigen Situation sichtbar wird. Daher sieht der 40-Jährige die aktuelle Entwicklung als Fortschritt an.

Weil es mit dem Lippenlesen derzeit schwierig ist, nutzt Piwko andere Kommunikationswege. "Ich kann ja Gebärdensprache", sagte er. "Ich kann auch was aufschreiben oder FaceTime benutzen."

Um dem ganzen Trubel rund um das Coronavirus zu entfliehen, ist Piwko zu einer Freundin aufs Land gezogen. Dort könne er sich nach eigenen Angaben viel freier als in der Großstadt bewegen.

"Hier fühle ich mich frei, hier sind wenig Menschen", sagte der gebürtige Hamburger. "Ich kann mehr laufen und habe hier meine Ruhe." Die Zeit nutzt er, um an seinem zweiten Buch weiter zu schreiben.

Am Ende hatte Benjamin Piwko aber noch eine wichtige Botschaft an die Menschen. 

"Es geht uns doch gut. Früher hat man gefroren. Im Krieg wurde man erschossen. Jeder kann doch gemütlich zuhause bleiben und froh sein", erklärte er. "Es müssen eben nur alle mitmachen und vernünftig sein." Wenn das mal nur so einfach wäre.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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