Linken-Politiker mit wilder Verschwörungs-Theorie: "USA nutzen Corona als Kriegswaffe!"

Hamburg - Um den Ursprung des Coronavirus gibt es - vor allem im Internet - die wildesten Verschwörungstheorien. Einer, der sich nun darin eingereiht hat, ist Linken-Politiker Mehmet Yildiz (42).

Linken-Politiker Mehmet Yildiz äußert wilde Verschwörungstheorien über das Coronavirus.
Linken-Politiker Mehmet Yildiz äußert wilde Verschwörungstheorien über das Coronavirus.  © Bodo Marks/dpa

In dem türkischsprachigen Nachrichtenportal "Avrupa Postasi" machte er sich Gedanken über das Virus, dessen Ursprung und seinen Profiteuren.

Dabei hat der 42-Jährige auch eine ganz klare Meinung: "Das Virus ist ein Kriegsmittel des westlichen Imperialismus!"

Yildiz behauptet in dem Interview, dass es nicht von alleine aufgetreten sei, sondern in einem Labor gezüchtet wurde, um China aufzuhalten und den Klassenkampf von oben zu verschärfen.

Der in Kayseri (Türkei) geborene Politiker erkenne nach eigenen Angaben den Ernst der Lage und betonte auch, dass sich die Bevölkerung an die Empfehlungen der Behörden halten solle, fügte aber hinzu: "Wichtig ist auch, seine Entstehung aufzuklären, zu analysieren, wem es nützt und zu erfahren, ob es sich bei dem Virus etwaig um eine Corona-Kriegswaffe handeln kann."

Yildiz geht in seinen Verschwörungstheorien sogar soweit, dass er behauptet, dass der Sars-CoV-2 "gezielt im Labor entwickelt" und von den USA als Instrument der "biologischen Kriegsführung" eingesetzt werden.

Ziel sei es dadurch, die chinesische und europäische Wirtschaft zu schwächen und die einstige weltweite "Hegemonialstellung" zurückzugewinnen.

Partei distanziert sich von "wirren Theorien"

Seit 2009 ist der 42-Jährige Parteimitglied bei den Linken.
Seit 2009 ist der 42-Jährige Parteimitglied bei den Linken.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Der 42.Jährige sieht sogar Verknüpfungen zum Erzfeind der USA, dem Iran. Es sei seiner Ansicht nach kein Zufall, dass das Land so stark von dem Virus betroffen sei.

Der Linken-Politiker, der seit 2008 Angeordneter in der Hamburger Bürgerschaft ist, äußerte starke Kritik daran, dass "Kapitalbesitzer" im Fokus möglicher Rettungsprogramme stünden. "Der Mittelstand wird mit weniger abgespeist und die hauptsächlichen Leidtragenden werden die Finanzschwachen, Obdachlose und Geflüchtete sein", sagte Yildiz.

Seine Partei reagierte erschüttert auf die Aussagen ihres Genossen. Fraktionsvorsitzende Sabine Boeddinghaus und Landessprecher David Stoop verfassten eine Mitteilung mit dem Titel "Wirre Theorien schaden nur". Darin distanzierten sie sich deutlich von den Ansichten des 42-Jährigen.

"Wir alle brauchen einen kühlen Kopf und überlegtes Handeln. Wirre Theorien und durchsichtige Schuldzuweisungen helfen in dieser Situation absolut niemandem. Im Gegenteil, sie schüren Angst und behindern die Eindämmung und Bekämpfung der Pandemie", hieß es in der Erklärung.

Mit Mehmet Yildiz haben die Linken nach Tom Radtke einen zweiten Genossen, der sich mit wirren Äußerungen in der Öffentlichkeit präsentiert. Im Gegensatz zum 19-jährigen Schüler hat es Yildiz bei der Bürgerschaftswahl im Februar aber in die Bürgerschaft geschafft.

+++ Alle Infos zur Lage im +++ Coronavirus-Liveticker für Norddeutschland +++

+++ Alle Infos zur Lage im +++ Coronavirus-Liveticker für ganz Deutschland +++

Titelfoto: Bodo Marks/dpa

Mehr zum Thema Hamburg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0