"Ich reiße immer das Maul auf": Ist diese Stadtreinigung noch lässiger als die Werbe-Kings der BVG?

Hamburg - Kürzlich hieß es, in der Hansestadt verstünden die neuen "Waste-Watcher" von der Stadtreinigung keinen Spaß mehr. Müllsünder werden jetzt eher zur Kasse gebeten, aber der Fun-Factor kommt hier trotzdem nicht zu kurz!

Egal ob Regen oder Sonne: In Hamburg zaubern einem Mülleimer tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht.
Egal ob Regen oder Sonne: In Hamburg zaubern einem Mülleimer tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht.  © Stadtreinigung Hamburg

Weggeschnippte Kippen oder auf den Gehweg gespuckte Kaugummis? Seit Mai 2018 werden Müllsünder in Hamburg dafür zur Kasse gebeten.

Doch warum sich die Laune verderben lassen, wenn Hamburg mit den wohl lustigsten Mülleimern Deutschlands aufwarten kann?

In knallrotem Gewand und mit Sprüchen wie "Bin für jeden Dreck zu haben", "Bitte geben sie den Kot ein!" (in einer Kampagne für die Nutzung von "Gassi-Beuteln") oder "Ich reiße immer das Maul auf" macht die Stadtreinigung Hamburg beinahe schon den auch überregional gefeierten Ulknudeln der Berliner Verkehrsbetriebe Konkurrenz (BVG, weil ehemals: Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft).

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Und jetzt legen sie mit ihrem brandneuen Instagram-Kanal noch einen drauf: Ob im Videospiel-Design oder beim Posen mit der "Elphi" – die Macher hinter den Müll-Kampagnen lassen sich einiges einfallen um die Menschen zu erreichen.

Nur einen Bezug zu tagesaktuellen Ereignissen oder Politikern traut sich Hamburgs Müll-Entsorgung – im Gegensatz zur BVG – noch nicht zu. Aber schließlich geht es auch nicht darum gegen die Berliner Kampagnen zu konkurrieren, sondern die Menschen zu motivieren, ihre Stadt sauber zu halten.

Und überhaupt, wer will sich schon mit einem 95.000 Follower starken Account aus der Hauptstadt anlegen…

Hamburgs "Waste-Watcher" im Einsatz

Wie die Stadtreinigung TAG24 auf Nachfrage erklärte, wollen sie die Menschen aktiv und mit einem Augenzwinkern zum Entsorgen ihres Mülls motivieren.

Aber nicht nur lustige Werbeideen und eine ordentliche Portion Humor lassen sich eindeutig mit der Stadtreinigung Hamburg verbinden. Neben den "Müllmännern" und "Müllfrauen" sind in Hamburg inzwischen auch die sogenannten "Waste-Watcher" unterwegs. Die arbeiten aber nicht nur mit Strafen. Im Gegenteil.

"Erwischt zu werden ist den meisten Rauchern ungeheuer peinlich", sagte der Sprecher der Stadtreinigung, Reinhard Fiedler, kürzlich. Die Müllwächter verschenkten deshalb auch mal einen Taschenaschenbecher.

Vermutlich ein sinnvoller Ansatz, nach Angaben der Stadtreinigung landen etwa zwei Drittel aller Kippen in Deutschland nicht im Müll, sondern in der Umwelt. Das seien mehr als 137 Millionen Zigarettenstummel pro Tag!

Die Hamburger Stadtreinigung im Netz und "in echt"

Auf YouTube, Facebook, Twitter (@SRHnews) und Instagram laufen die Kampagnen schon. Und auf der Webseite, die – wie es sich eben für eine Weltstadt gehört – in acht verschiedene Sprachen übersetzt wurde, gibt es ausführliche Infos rund um die Müllentsorgung.

Außerdem punktet die Stadtreinigung jeden März mit dem traditionellen Frühjahrsputz in der Hansestadt (TAG24 berichtete). Und das mit Erfolg: Für die Aktion, die alljährlich unter dem Motto "Hamburg räumt auf" läuft, hatten sich 2019 um die 1000 Aufräumteams angemeldet! Und seit der Premiere in 1998 steigt die Teilnehmerzahl jedes Jahr.

Erstmals hatten in diesem Jahr auch diverse Sponsoren aus der Hamburger Kultur- und Erlebnislandschaft unter den freiwilligen Helfern Preise, wie Theater- und Museumstickets verlost oder spendierten einen kostenlosen Eintritt in den Kletterpark.

Viele Hamburger halten ihre Stadt also offenbar gerne sauber – und vielleicht werden es mit der Instagram-Kampagne noch einige mehr.

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