Keine "Schwarzfahrer" mehr in Hamburg: HVV und Hochbahn ziehen jetzt nach

Von Christiane Bosch

Hamburg - Nach ähnlichen Plänen in anderen großen Städten will nun auch Hamburg in Bahnen und Bussen auf den Begriff "Schwarzfahren" verzichten.

Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn in einer U-Bahn. (Symbolbild)
Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn in einer U-Bahn. (Symbolbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Darauf hätten sich die HVV-Partner vor wenigen Tagen geeinigt, sagte ein Sprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Es gab zwischen HVV und mehreren Verkehrsunternehmen eine Verständigung darauf, den Begriff, der ohnehin nur noch selten verwendet wird, zukünftig gänzlich zu vermeiden." Zuvor hatte der Radiosender NDR 90,3 darüber berichtet.

Stattdessen solle künftig die Formulierung "Fahren ohne gültiges Ticket" genutzt werden. "Dies ist allgemein verständlicher und präziser, im alltäglichen Sprachgebrauch im ÖPNV mittlerweile gängige Sprachpraxis und auch verständlicher in der Übersetzung für Touristinnen und Touristen."

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Ähnliche Pläne gab es zuletzt in München, Nürnberg, Berlin und Hannover.

HVV und Hochbahn würden sich ohnehin laufend mit dem aktuellen Sprachgebrauch beschäftigen.

Ein gutes Beispiel dafür sei eine inklusive Ansprache, ergänzte eine Sprecherin der Hochbahn. Daher sei ist es "kein Verlust oder gar einer Debatte wert", dass man in der Kommunikation auf eine Wortwahl verzichte, die Menschen diskriminieren könne.

Allerdings hat die Herkunft des Begriffes "Schwarzfahren"wohl nichts konkret mit der Hautfarbe von Menschen zu tun, sondern es gibt verschiedene andere Erklärungsansätze.

Schluss mit "Finstere Aussichten für Schwarzfahrer"

Inwiefern und mit welchen Worten das "Schwarzfahren" zukünftig vollständig abgelöst werden kann, würden HVV und die Verkehrsunternehmen derzeit prüfen. HVV-Angaben zufolge hatte es in den vergangenen Jahren mehrfach Beschwerden zu dem Thema gegeben.

Aufkleber im öffentlichen Nahverkehr, die beispielsweise noch "Finstere Aussichten für Schwarzfahrer" ankündigen, sollen bald ersetzt werden.

Einen konkreten Zeitpunkt dafür gebe es nicht.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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