Mehr als 900 Rosskastanien in Hamburg wegen Baumkrankheit gefällt

Hamburg - In Hamburg sind aufgrund einer von Bakterien ausgelösten Baumkrankheit in den vergangenen Jahren viele Kastanien gefällt worden. So gingen zwischen 2013 und 2021 nach Angaben der Umweltbehörde 918 Rosskastanien in Hamburg verloren. Sie waren von der sogenannten Komplexkrankheit befallen. Die ist das Symptom eines Bakterienbefalls, der 2007 zum ersten Mal in der Hansestadt registriert wurde.

Blätter einer Rosskastanie, die von der Miniermotte befallen sind.
Blätter einer Rosskastanie, die von der Miniermotte befallen sind.  © Patrick Pleul/dpa

Der Befall dieses eingeschleppten Bakteriums (Pseudomonas syringae pv. aesculi) führte etwa fünf Jahre später erstmals zum Rosskastanien-Sterben im öffentlichen Grün der Stadt.

Aktuell leiden den Angaben zufolge rund 15 Prozent der Hamburger Rosskastanien unter der Krankheit. Dem digitalen Straßenbaumkataster zufolge gibt es in der Hansestadt gut 226.000 Straßenbäume, etwa 5700 davon sind Kastanien.

Dort, wo das Bakterium ins Holz des Baumes eingedrungen ist, stirbt Rindengewebe ab. "Dort siedeln sich dann holzzerstörende Pilze an und führen zu einer Weißfäule im Holzkörper.

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Das Bakterium ist sozusagen der Türöffner und die Besiedlung mit den Pilzen führt zu einer Komplexkrankheit", erläuterte ein Behördensprecher.

Die Bäume sind durch den Befall nicht mehr verkehrssicher

Das Problem: Die deshalb abgestorbenen Bäume sind dann nicht mehr sicher und es besteht die Gefahr, dass beispielsweise Äste abbrechen. Im Fachjargon heißt das, dass die Bäume nicht mehr verkehrssicher sind - dann müssen sie gefällt werden.

Die Symptome sind übrigens erst im Herbst, Winter und Frühjahr erkennbar. Wenn bereits im Sommer Kastanien durch braune, kümmerliche Blätter wie im Herbst aussehen, liegt das nicht an der Komplexkrankheit, sondern an der Miniermotte.

Die gibt es in Hamburg seit etwa 2000, sie hat nichts mit der Komplexkrankheit zu tun. Diesem Schädling kann die Stadt nach eigenen Angaben aber durch eine kontinuierliche Laubentfernung für das Folgejahr gut entgegenwirken.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa

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