Nach Frachter-Kollision in Kanal-Schleuse: Millionenschaden!

Kiel - Die Havarie eines Frachters in der Kieler Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal (TAG24 berichtete) hat nach ersten Erkenntnissen einen Millionenschaden verursacht. 

Die Spuren der Schiffskollision sind am Nordtor der Schleuse in Holtenau zu sehen.
Die Spuren der Schiffskollision sind am Nordtor der Schleuse in Holtenau zu sehen.  © dpa/Axel Heimken

Es sei von schätzungsweise zwei Millionen Euro auszugehen, sagte der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau, Detlef Wittmüß, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten die Kieler Nachrichten berichtet.

Der unter der Flagge Panamas fahrende 88 Meter lange Frachter "Else" war am 29. August auf dem Weg von Litauen nach Frankreich gegen ein geschlossenes Tor der Nord-Schleuse gekracht. Verletzt wurde niemand. 

Die Mannschaft des Schiffs berief sich anschließend auf technisches Versagen. Das Schiff hatte Ammoniumnitrat geladen, das für die Herstellung von Düngemitteln verwendet wird.

Am Donnerstag hat der Einbau eines Ersatztores begonnen. "Das Tor wiegt 1200 Tonnen", sagte Wittmüß. Die Arbeiten verlaufen bislang planmäßig. "Wir gehen davon aus, dass zum Wochenende wieder beide große Schleusenkammern in Betrieb sein werden." Bis dahin kann der Nord-Ostsee-Kanal aber weiter über die Südschleuse befahren werden.

Gegen den verantwortlichen Schiffsführer wird wegen Verdachts der Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt. Die Ermittler prüfen, ob menschliches oder technisches Versagen zu dem Unfall führte. 

Der Frachter "Else" welcher mit dem Nordtor der Schleuse in Holtenau kollidiert ist, liegt in der Schiffsswerft Lindenau im Stadtteil Friedrichsort.
Der Frachter "Else" welcher mit dem Nordtor der Schleuse in Holtenau kollidiert ist, liegt in der Schiffsswerft Lindenau im Stadtteil Friedrichsort.  © dp/Axel Heimken

Es ist unklar, warum kein Lotse an Bord der "Else" war. Die Weiterfahrt wurde dem Schiff nach der Havarie vorerst untersagt.

Titelfoto: dpa/Axel Heimken

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