Verdi ruft Klinik-Personal erneut zum Warnstreik im Norden auf!

Hamburg – Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten in Hamburgs Krankenhäusern erneut zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. 

Ein Mann nimmt an einer Demonstration von hunderten Ärzte und Ärztinnen teil. (Archivbild)
Ein Mann nimmt an einer Demonstration von hunderten Ärzte und Ärztinnen teil. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Betroffen seien am Dienstag die Asklepios-Kliniken und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), teilte die Gewerkschaft Verdi am Freitag mit.

Die Beschäftigten sollen so vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde im öffentlichen Dienst am Donnerstag und Freitag in Potsdam den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. 

Verdi fordert für die Beschäftigten 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr pro Monat. Die Klinikleitungen nannten den Warnstreik nicht nachvollziehbar und warnten vor einer Gefährdung des Patientenwohls.

Die Krankenhausmitarbeiter hatten bereits Ende September für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Dabei habe Verdi eine Notdienstvereinbarung vorgelegt, damit während des Streiks eben keine Patienten gefährdet werden. 

Den dann von den Arbeitgebern vorgelegten Gegenentwurf bezeichnete die Verdi-Landesfachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales, Hilke Stein, als einen Schlag ins Gesicht der Pflegekräfte. "Die Krankenhäuser möchten die Stationen im Streik teilweise besser besetzen, als es im Klinikalltag der Fall ist - das ist eine Frechheit!"

Ärzte fordern Notdienstvereinbarung

Hunderte Ärzte und Ärztinnen demonstrieren in Hamburg. (Archivbild)
Hunderte Ärzte und Ärztinnen demonstrieren in Hamburg. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Während des jüngsten Streiks hätten mangels Notdienstvereinbarung Streikende von den Verdi-Arbeitskampfleitungen wieder auf Station zurückgeschickt werden müssen. 

"Ihnen wurde damit faktisch ihr Grundrecht auf Streik verwehrt", klagte Stein. In der Folge hätten innerhalb einer Woche 1245 Beschäftigte die Forderung nach einer Notdienstvereinbarung unterschrieben, was die Arbeitgeber aber wieder nur mit der Vorlage ihrer Notdienstvereinbarung vom ersten Streiktag quittiert hätten.

Die Arbeitgeberseite wies die Vorwürfe zurück. In der von ihr vorgelegten Notdienstvereinbarung sei die Personalbesetzung auf ein Mindestmaß reduziert worden. Das Vorgehen von Verdi sei insgesamt nicht akzeptabel. 

"Viele Patienten konnten in den letzten Monaten nicht behandelt werden", sagte der UKE-Direktor für Patienten- und Pflegemanagement Joachim Prölß. Einerseits weil Eingriffe hätten verschoben werden müssen, andererseits weil Patienten wegen möglicher Ansteckungen in den Kliniken verängstigt gewesen seien.

"Wir erwarten daher von Verdi, die laufenden Tarifverhandlungen konstruktiv zu führen und die Sicherheit der Patientenversorgung nicht durch unverhältnismäßige Streikmaßnahmen zu gefährden", erklärte die Asklepios-Geschäftsführerin Personal, Anja Rhode. Leistungsausfälle und wirtschaftliche Belastungen durch Corona dürften nicht durch Streikmaßnahmen und unverhältnismäßige Tarifforderungen weiter verschärft werden.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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