Hamburger Polizei nach Einsatz bei Anti-Rassismus-Demo in der Kritik

Hamburg - Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hat die Kritik am Vorgehen der Polizei bei der Anti-Rassismus-Demonstration in der Hansestadt zurückgewiesen.

Die Beamten setzten auch Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.
Die Beamten setzten auch Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.  © Christian Charisius/dpa

Das Verhalten der Beamten am Samstag sei verhältnismäßig gewesen, sagte er am Montag dem Hamburg Journal des NDR. 

Vor dem Hintergrund des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota waren in Hamburg rund 14.000 Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße gegangen (TAG24 berichtete).

Obwohl die angemeldeten Versammlungen wegen der nicht genehmigten Vielzahl der Teilnehmer beendet wurden, hatte die Polizei die Demonstranten aus Gründen der Verhältnismäßigkeit zunächst gewähren lassen. Im Anschluss an die friedliche Kundgebung war es zu Ausschreitungen gekommen (TAG24 berichtete). 

"Wir sehen überhaupt keinen Grund zur Kritik." Einer der Minderjährigen, die von der Polizei festgenommen worden waren, habe Beamte in der Mönckebergstraße mit Flaschen und Steinen beworfen. 

Da sei es normal, den Betroffenen in Gewahrsam zu nehmen. Die anderen Jugendlichen seien wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und anderer Delikte festgehalten worden.

Die Polizisten seien "behutsam und verhältnismäßig" vorgegangen. Das habe sich in der Art der Kommunikation und dem Zulassen der Großdemonstration gezeigt. 

Insofern sei es umso trauriger gewesen, dass 200 bis 300 Vermummte die Konfrontation mit der Polizei im Anschluss an die Demonstration gesucht hätten, betonte Meyer. 

"Mein Eindruck ist hier eher, dass Linksextremisten versuchen, das Thema (...) für ihre Zwecke zu gewinnen."

Kritik von der Linksfraktion

Die Linken beurteilen das Vorgehen der Beamten besonders kritisch. 

Der innenpolitische Sprecher der Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Deniz Celik, sagte: "Angesichts des Todes von George Floyd und der gesellschaftlichen Diskussion um rassistische Polizeigewalt hätten wir ein deeskalierendes Vorgehen der Polizei erwartet." 

Man werde eine Anfrage zu den Vorgängen stellen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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