"Docks" und "Große Freiheit 36" reagieren auf Boykott-Androhung

Hamburg - Nach Kritik an ihren Wandzeitungen wollen zwei Hamburger Kiez-Clubs die Befürworter der Corona-Maßnahmen mehr zu Wort kommen lassen.

Das "Docks" an der Reeperbahn hat eine Wand mit Plakaten, die die Corona-Politik, kritisieren angebracht.
Das "Docks" an der Reeperbahn hat eine Wand mit Plakaten, die die Corona-Politik, kritisieren angebracht.  © Jonas Walzberg/dpa

"Jeder zweite Rahmen steht für Veröffentlichungen, die von Maßnahmenbefürwortern an uns herangetragen werden, zur Verfügung", teilten die Betreiber der Clubs Docks und Große Freiheit 36 am Donnerstag mit.

Sie verteidigten zugleich das Recht auf freie Meinungsäußerung. Nicht jeder Einzelne in ihren Teams sei mit allen geäußerten Meinungen einverstanden.

"Wir sind uns aber alle einig, dass man die Meinung des Anderen tolerieren muss", schrieben die Betreiber und Gründer der Clubs.

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Auf ihren Wänden werde ein Forum für Meinungen geboten, die sonst keinen Platz bekämen. Die Club-Betreiber distanzierten sich zugleich von Rassismus, Nationalismus, Faschischmus, Extremismus und Gewalt.

In der vergangenen Woche hatten Hamburgs wichtigste Konzertveranstalter den Boykott der beiden Clubs angekündigt.

Ganzer Wortlaut der Stellungnahme von "Docks" und "Großer Freiheit 36"

Kultursenator stellte sich auf Seite der Kritiker

Auch vor der "Großen Freiheit 36" hängen solche Plakate.
Auch vor der "Großen Freiheit 36" hängen solche Plakate.  © Jonas Walzberg/dpa

Zwölf Veranstalter, darunter FKP Scorpio, Karsten Jahnke, Reeperbahn-Festival und Semmel Concerts, hatten den Betreibern in einem offenen Brief vorgeworfen, sie würden auf den Wandzeitungen "zunehmend gefährlichem und demokratiefeindlichem Gedankengut ein Forum" bieten.

Die Clubs suchten "anscheinend den Schulterschluss mit Schwurblern, Verschwörern und jenen, die keinen Widerspruch darin sehen, neben Nazis für Demokratie zu demonstrieren".

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (46, SPD) hatte Verständnis für die Boykott-Ankündigung gezeigt. Er freue sich, dass die Veranstalter so eindeutig Haltung in einer schwierigen Krise zeigten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

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Auf den Wandzeitungen vor der Großen Freiheit 36 wurden beispielsweise Ärzte mit Aussagen zu angeblich überschätzten Todesraten oder mit Grippevergleichen oder der Forderung nach Abschaffung der Maskenpflicht zitiert.

Titelfoto: Jonas Walzberg/dpa

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