So hoch ist der Anteil der Miete am Einkommen in Hamburg

Hamburg - Die Mieten explodieren, die Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen ebenso. Das Thema Wohnen ist wieder zur sozialen Frage geworden. Die Folge: Der Ruf nach Verstaatlichung wird lauter – auch in Hamburg.

Wer im Stadtteil Eimsbüttel eine Wohnung sucht, muss viel Miete zahlen. (Archivbild)
Wer im Stadtteil Eimsbüttel eine Wohnung sucht, muss viel Miete zahlen. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Parallel zur Bundestagswahl und Landtagswahl wird am Sonntag in Berlin über einen Volksentscheid zur Enteignung großer Immobilienkonzerne abgestimmt. Zwar gibt es kein vergleichbares Vorhaben in der Hansestadt, doch die Stimmung zugunsten dieses drastischen Instruments staatlicher Macht ist sehr positiv.

Eine repräsentative Studie von Radio Hamburg ergab nun, dass bundesweit 36 Prozent der Befragten für eine Enteignung großer Wohnungsunternehmen wie Vonovia oder Deutsche Wohnen sind – kommunale und städtische Unternehmen oder Wohnungsbaugenossenschaften sind damit nicht gemeint. 39 Prozent lehnen die Forderung ab, 24 Prozent haben dazu keine Meinung, teilte der Sender mit.

In Hamburg überwiegen dagegen die Anhänger von Enteignungen. 41 Prozent sprechen sich dafür aus, 34 Prozent sind dagegen und 25 Prozent ist es egal.

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Das mag daran liegen, dass die Wohnungsnot in Hamburg besonders groß ist. Zwar will der rot-grüne Senat jährlich 10.000 Wohnungen neu bauen, doch das reicht nicht, um den Druck vom Markt zu nehmen.

Welche Partei kann das Problem lösen?

Jährlich sollen 10.000 neue Wohnungen in Hamburg gebaut werden. (Archivbild)
Jährlich sollen 10.000 neue Wohnungen in Hamburg gebaut werden. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Daher geht in Hamburg auch überdurchschnittlich viel Geld für die Miete drauf. Die Befragten gaben an, dass sie 39 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für ihre Wohnung inklusive der Nebenkosten ausgeben. Im Bundesdurchschnitt sind es 34 Prozent.

Der hohe Anteil in Hamburg erscheint vor dem Hintergrund bedenklich, dass die Durchschnittslöhne – nur ein Bestandteil des Haushaltsnettoeinkommens – in der Hansestadt im Jahr 2019 mit 3820 Euro laut Bundesagentur für Arbeit bundesweit am höchsten lagen. Das Mittel in Deutschland verdiente rund 400 Euro weniger.

Wer kann aus Sicht der Wähler das Problem lösen? 27 Prozent der Hamburger trauen das der SPD zu, danach folgen mit 14 Prozent die Linke und 13 Prozent die Grünen. Dass die CDU einen ausgeglichenen und fairen Wohnungsmarkt sorgen könnte, denken in Hamburg nur 7 Prozent.

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Da wird sogar der FDP mehr Kompetenz zugeschrieben, sie kommt auf 9 Prozent. Die AfD spielt mit 5 Prozent keine große Rolle. 22 Prozent haben dazu keine Meinung oder wissen es nicht.

Da spiegeln sich vermutlich die gemachten Erfahrungen unter der CDU-Regierung ab 2001 wider. Damals übernahmen die Christdemokraten zusammen mit FDP und Schill-Partei das Rathaus. Eine Priorität der Koalition: Der Verkauf von Saga-Wohnungen.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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