Trommelwirbel für die "Mogelpackung des Jahres 2021": Diese Soße erhält Negativ-Preis

Hamburg - Verbraucher haben die "Paprika Sauce" von Homann zur "Mogelpackung des Jahres 2021" gewählt.

Der strahlende Sieger: die ""Paprika Sauce" von Homann.
Der strahlende Sieger: die ""Paprika Sauce" von Homann.  © Verbraucherzentrale Hamburg

"Mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen ging an die Fertigsauce", teilte die Verbraucherzentrale am Dienstag mit. Insgesamt nahmen den Angaben nach 16.759 Verbraucher an der Wahl teil.

Hintergrund für die ungewollte Ehre - Homann habe "eine Design- und Namensänderung genutzt, um die Füllmenge des Produkts zu reduzieren". Statt vorherigen 500 Millilitern fülle der Herzsteller seit 2021 nur noch 400 Milliliter pro Glas ab.

Damit aber noch nicht genug! Gleichzeitig sei der Preis im Handel in manchen Märkten von 0,99 Euro auf 1,49 Euro angehoben worden, heißt es weiter. "Der drastische Preisanstieg für Homanns 'Paprika Sauce' betrug bis zu 88 Prozent."

Hamburg: Notruf aus Hamburger Schwimmbad! Zwei Erwachsene und sieben Kinder im Krankenhaus
Hamburg Notruf aus Hamburger Schwimmbad! Zwei Erwachsene und sieben Kinder im Krankenhaus

Aber nicht nur "Homann" fiel den Verbraucherschützern negativ auf. Neben der Sieger-Sauce - insgesamt erhielt Homan für das Produkt 8576 Verbraucher-Stimmen - standen vier weitere "Mogelpackungen" zur Negativ-Wahl.

Auf dem Treppchen: Mit 2580 Stimmen erhielt "KitKat" von Nestlé den zweiten Platz, "Perpetum" von Bahlsen landete mit 1980 Stimmen auf Platz drei.

Platz vier und fünf belegten die "Rahm Soße" von Knorr mit 1917 Stimmen und die "Wurzener Waffelblättchen" von Griesson - de Beukelaer mit 1806 Stimmen.

2000 bis 3000 Beschwerden wegen "Mogelpackungen"

Auch KitKat von Nestlé und "Perpetum" von Bahlsen landeten auf dem Treppchen.
Auch KitKat von Nestlé und "Perpetum" von Bahlsen landeten auf dem Treppchen.  © Verbraucherzentrale Hamburg

Die Hamburger Verbraucherzentrale erhält nach eigenen Angaben jährlich zwischen 2000 und 3000 Beschwerden wegen sogenannter "Mogelpackungen", versteckten Preiserhöhungen.

"Die Politik hat immer wieder mehr Klarheit diesbezüglich versprochen, aber nichts gegen die Tricksereien unternommen", ärgert sich Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg in einer Mitteilung.

Packungen müssten bis zum Rand gefüllt sein, wenn es technisch möglich sei, so der Verbraucherschützer weiter. Für ihn ein längst überfälliger erster Schritt, "der rechtlich umgesetzt werden könnte".

Hamburg: Wieder Pimmelwitze auf Kosten von Innensenators Grote: Plakate bleiben hängen
Hamburg Lokal Wieder Pimmelwitze auf Kosten von Innensenators Grote: Plakate bleiben hängen

Denn so könnte gleichzeitig durch Mogelpackungen zusätzlich produzierter Verpackungsmüll verhindert werden.

Offenbar noch ein Wunschtraum. "Nachhaltigkeit scheint beim Produktmanagement trotz anders lautender Beteuerungen der Hersteller offensichtlich kaum eine Rolle zu spielen", so Valet weiter.

25 Prozent mehr Einweggläser benötige beispielsweise Homann laut Mitteilung, um die gleiche Menge "Paprika Sauce" abzufüllen.

Titelfoto: Verbraucherzentrale Hamburg

Mehr zum Thema Hamburg: