Uni-Präsident entschuldigt sich für umstrittene "Studie" zum Corona-Ursprung

Hamburg - Rund zwei Wochen nach Veröffentlichung einer umstrittenen Untersuchung der Universität Hamburg zum Ursprung des Coronavirus hat sich Uni-Präsident Prof. Dieter Lenzen teilweise entschuldigt.

Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, spricht bei einer Veranstaltung.
Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, spricht bei einer Veranstaltung.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In einer internen Videobotschaft an die Beschäftigten der Hochschule, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sagte Lenzen:

"Nichts lag ferner, als Kolleginnen und Kollegen dadurch zu provozieren, dass ein Diskussionspapier auf derselben Ebene bewertet würde wie eine Studie zu experimentellen oder empirischen Forschungsergebnissen, die in mühevoller und aufwendiger Anstrengung erzielt wurden." Sollte ein solcher Eindruck entstanden sein, "dann bitte ich um Nachsicht".

Die Pressestelle der Universität hatte Mitte Februar unter dem Titel "Studie zum Ursprung der Coronavirus-Pandemie veröffentlicht" eine Untersuchung verbreitet.

Darin kam der Physiker und Nanowissenschaftler Prof. Roland Wiesendanger zu dem Ergebnis, dass als Ursache der Pandemie sowohl Zahl als auch Qualität der Indizien für einen Laborunfall am virologischen Institut der chinesischen Stadt Wuhan sprächen (TAG24 berichtete).

Seine Quellen sind seriösen, aber auch zweifelhaften Ursprungs - etwa YouTube-Videos oder Internetseiten von Verschwörungstheoretikern. Dies löste auch Empörung aus.

Arbeit sollte breitere Diskussion auslösen

Lenzen kündigte an, dass die Universität strenger auf eine Trennung von Forschungsergebnissen und wissenschaftspolitischen Thesen achten werde. Ziel von Wiesendangers "Literaturarbeit" und der Wortmeldung der Universität sei gewesen, Erstaunen und eine breitere Diskussion auszulösen.

"Es ist besser, eine unsichere Hypothese zur Diskussion zu bringen, als eine am Ende richtige verschwiegen zu haben." Auch so werde Wissenschaft politisch.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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