Lastwagenfahrer übersieht Radfahrer beim Abbiegen, jetzt steht er vor Gericht

Hamburg - Ein Lastwagenfahrer, der beim Abbiegen einen Fahrradfahrer erfasst haben soll, muss sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Hamburg verantworten. Dabei steht der Vorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum. 

Das demolierte Fahrrad liegt an der Unfallstelle. (Archivbild)
Das demolierte Fahrrad liegt an der Unfallstelle. (Archivbild)  © Blaulicht-News.de

Der 39-Jährige war im März 2019 mit dem Lastwagen eines Entsorgungsunternehmens an der Ampelkreuzung Holstenkamp/Große Bahnstraße nach rechts abgebogen (TAG24 berichtete). Offenbar hatte er dabei den Fahrradfahrer übersehen. 

Der Mann soll parallel zu dem Zwölftonner auf dem Radweg unterwegs gewesen sein und zum gleichen Zeitpunkt die Straße überquert haben. Der 48 Jahre alte Radfahrer wurde von dem Lastwagen erfasst und starb noch am Unfallort.

In Hamburg sind 2019 vier Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, bei zwei Unfällen waren Lastwagen beteiligt. In diesem Jahr sind der Polizei zufolge bereits drei Fahrradfahrer bei einem Verkehrsunfall gestorben. In zwei Fällen waren Lastwagen beteiligt, die jeweils auch den Unfall verursacht haben sollen.

Darüber hinaus gab es in diesem Jahr bis August bereits 83 Lastwagen-Radfahrer-Unfälle mit Verletzten. Im gleichen Zeitraum seien insgesamt 1756 Verkehrsunfälle registriert worden, an denen Radfahrer beteiligt waren. 

Nach dem Unfall im März 2019 hatte es auch eine Mahnwache des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gegeben. Dazu war zunächst ein weißes "Ghost bike" (Geisterrad) als Zeichen am Unfallort aufgestellt worden. 

Anschließend hatten sich die rund 100 Teilnehmer der Kundgebung auf die von der Polizei abgesperrten Kreuzung gelegt.

Titelfoto: Blaulicht-News.de

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