Verdi droht mit Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Hamburg - Angesichts der ergebnislos gebliebenen zweiten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen startet die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag in Hamburg mit einer Auftaktveranstaltung in mögliche Warnstreiks. 

Ein Mann hat am bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund.
Ein Mann hat am bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund.  © dpa/Patrick Seeger

Die Respektlosigkeit der Arbeitgeber provoziere eine scharfe Antwort, erklärte die stellvertretende Landesbezirksleiterin Sieglinde Frieß (61) am Montag. 

"Wir werden ab dem 24. September mit Aktionen und Warnstreiks reagieren und den Druck bis zur nächsten Verhandlungsrunde erhöhen." Die Auftaktveranstaltung beginne um 7.30 Uhr auf dem Jungfernstieg.

Die Gewerkschaften wollen für die bundesweit rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr pro Monat. Während der Arbeitnehmerseite eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten vorschwebt, soll der Vertrag nach Ansicht der Arbeitgeber bis in das Jahr 2023 gelten. 

Ein konkretes Angebot hatten die Arbeitgeber bei der zweiten Verhandlungsrunde am Wochenende in Potsdam nicht vorgelegt, weil aus ihrer Sicht erst die Verhandlungsrunden zu Krankenhäusern und Sparkassen abgeschlossen sein müssen.

"Wir halten die bisherigen Ansagen der Arbeitgeber schlichtweg für unverschämt", erklärte Frieß. Wer mit Laufzeiten von mindestens drei Jahren und niedrigen Einmalzahlungen drohe, der zündele an der Motivation der Beschäftigten. 

Die Mitarbeiter in Kitas, Kliniken, bei der Stadtreinigung und etwa der Hamburg Port Authority hätten in Zeiten von Corona die Leistungen der Daseinsvorsorge sichergestellt. "Der Applaus der letzten Monate muss sich jetzt in Geld und besseren Arbeitsbedingungen widerspiegeln."

Titelfoto: dpa/Patrick Seeger

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