Vitali Klitschko wegen Corona in Kiew gefangen: "Ich vermisse meine Familie!"

Hamburg/Kiew (Ukraine) - Als Bürgermeister von Kiew steht Vitali Klitschko (48) derzeit wohl vor dem größten Herausforderung seiner Amtszeit

Vitali Klitschko muss die Corona-Krise als Bürgermeister von Kiew meistern.
Vitali Klitschko muss die Corona-Krise als Bürgermeister von Kiew meistern.  © Serg Glovny/ZUMA Wire/dpa

Neben der aktuellen Corona-Krise muss er auch die Brände am havarierten Kernkraftwerk bei Tschernobyl händeln.

Kein Wunder, dass der ehemalige Box-Weltmeister kaum zur Ruhe kommt. "Ich schlafe im Office", gestand Vitali Klitschko im Interview mit dem Nachrichtensender n-tv.

Die Kämpfe an beiden Fronten hat der 48-Jährige allerdings genauso gut im Griff, wie die meisten seiner Gegner während seiner aktiven Box-Zeit.

Mit "strengen Maßnahmen" hatte es Klitschko schnell geschafft, eine Ausbreitung des Coronavirus in der ukrainischen Hauptstadt in Grenzen zu halten.

In der rund vier Millionen Einwohner zählenden Metropole sind bislang "nur" 20 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben.

"Wir kontrollieren die ganze Situation", erklärte der ältere der beiden Klitschko-Brüder. Auch in den Krankenhäusern herrsche noch genügend Kapazität, sollten die Fallzahlen ansteigen.

Im selbst gehe es aber gut, wie er versicherte. "Ich bin gesund, Gott sei Dank", sagte er. Großer Ansteckungsgefahr setzt er sich allerdings auch nicht aus. Im Gegensatz zu etwa die Hälfte seiner Mitarbeiter, die sich im Home Office befinden, verbringt er die Zeit fast vollständig im Rathaus von Kiew. 

Familie Klitschko in der Welt verteilt

Mit seiner Frau Natalia, die sich in Hamburg befindet, kann er derzeit nur per Telefon sprechen.
Mit seiner Frau Natalia, die sich in Hamburg befindet, kann er derzeit nur per Telefon sprechen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Andere Möglichkeiten hat der ehemalige Box-Weltmeister auch kaum. 

Aufgrund der Grenzschließungen kann er weder ausreisen, noch seine Familie einreisen. Kontakt besteht nur über Videoanrufe. Eine schwierige Situation, wie "Dr. Eisenfaust" erklärte.

"Meine Familie lebt in Hamburg. Ich möchte gerne meine Familie bei mir haben", sagte Klitschko. "Leider kann ich meinen Bruder auch nicht sehen, er ist mit seiner Tochter und unserer Mama in Florida." Daher hoffe er auf ein baldiges Ende der Corona-Krise.

Und so musste er den Gang zum Grab seines verstorbenen Vaters an dessen Geburtstag alleine antreten. Wie Klitschko erklärte, starb er an den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe, bei der er im Einsatz war.

Das Gebiet rund um das havarierte Kernkraftwerk bereitet dem Ex-Box-Champ neben dem Coronavirus die größte Sorge. Kiews Bewohner neben den Geruch in der Hauptstadt wahr. "Auch wenn die Gefahr noch nicht gebannt ist, bin ich optimistisch", sagte Klitschko.

Auch als Politiker hat er die Gegner anscheinend im Griff.

Titelfoto: Serg Glovny/ZUMA Wire/dpa

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