Erfolgsautorin Kirsten Boie sorgt sich um jüngere Kollegen

Hamburg - Kinderbuchautorin Kirsten Boie (70, "Wir Kinder aus dem Möwenweg") macht sich in der Corona-Pandemie Sorgen um jüngere Autoren.

Kinderbuchautorin Kirsten Boie ist Ehrenbürgerin der Stadt Hamburg.
Kinderbuchautorin Kirsten Boie ist Ehrenbürgerin der Stadt Hamburg.  © Axel Heimken/dpa

"Für viele Kolleginnen und Kollegen ist das sehr dramatisch, weil viele nicht von den Einnahmen aus ihren Büchern leben, sondern von den Veranstaltungen, und die haben jetzt alle nicht mehr stattgefunden", sagte Boie beim Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts am Dienstag.

Sie kenne Autoren, die fürchten, dass sie demnächst ihre Wohnung aufgeben müssen.

"Und wenn dann Autoren immer gesagt wird: 'Ihr könnt doch schreiben. Das ist doch ganz toll für Euch', dann ist das natürlich, wenn man mit so einer Panik lebt, ob man überhaupt in den nächsten Monaten seinen Lebensunterhalt wird finanzieren können, nicht so einfach."

Zuletzt hatte Boie für Schlagzeilen gesorgt, weil sie den Sprachpreis des Vereins Deutsche Sprache wegen rechtspopulistischer Äußerungen des Bundesvorsitzenden Walter Krämer abgelehnt hatte.

Kirsten Boie lehnte Sprachpreis ab

"Da ist die Rede von der 'Lügenpresse', sogar vom 'aktuellen Meinungsterror unserer weitgehend linksgestrickten Lügenpresse'; von der 'Überfremdung der deutschen Sprache', vom 'Genderwahn'", schrieb die 70-Jährige in einem Absagebrief an den Verein.

"Aber mehr noch erschreckt mich, wie genau sie sich ausgerechnet in einer Zeit, in der wir mit Sorge einen Rechtsruck in Teilen der Bevölkerung beobachten müssen, in deren Argumentationsgänge einfügt", heißt es darin weiter.

Weil sich ihrer Meinung nach zudem der Hamburger Landesverband von den Äußerungen Krämers nicht öffentlich distanziert habe, wolle sie die Auszeichnung, den Elbschwanenorden, nun nicht mehr annehmen.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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