Trend zur Trockenheit: Wetterdienst zieht April-Bilanz für den Norden

Hamburg/Kiel - Viel zu trocken war der April in Norddeutschland. 

Stand-Up Paddler genossen das sonnige Wetter im April auf der Alster.
Stand-Up Paddler genossen das sonnige Wetter im April auf der Alster.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg kam nur auf zehn Liter Niederschlag pro Quadratmeter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner vorläufigen Monatsbilanz am Mittwoch mitteilte. 

Das seien etwa 40 Liter weniger als in den vieljährigen Mittelwerten der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990.

Deutschlandweit ist der April 2020 laut DWD der sonnigste seit Aufzeichnungsbeginn. 

Es handele sich auch um den zwölften zu trockenen April in Folge. 

Auch das sonnenscheinarme Hamburg liegt mit 280 statt 156 Sonnenstunden deutlich höher im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,9 Grad Celsius war es in der Hansestadt im April zwar ein wenig kälter als im bundesdeutschen Vergleich - dafür aber 2,4 Grad wärmer als in der Referenzperiode.

Besonders kühl war es in Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein habe es mit 15 Litern pro Quadratmeter deutlich weniger geregnet im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert. 

Außerdem sei es mit durchschnittlich 8,9 Grad im nördlichsten Bundesland auch so kühl wie nirgendwo anders in Deutschland gewesen.

Die Sonne hat im Monat April in Schleswig-Holstein im Vergleich zu allen anderen Bundesländern am wenigsten geschienen. Mit rund 265 Sonnenstunden ist es nach Angaben des DWD das sonnenscheinärmste Bundesland. 

Trotzdem habe die Sonne mehr als 100 Stunden länger im Vergleich zu den Mittelwerten von 1961 bis 1990 geschienen. 

Viel Sonnenschein in Niedersachsen und Bremen

Auch in Niedersachsen und Bremen ist deutlich weniger Regen gefallen als üblicherweise. Aufgerundet seien jeweils 15 Liter pro Quadratmeter gefallen, teilte der DWD mit. 

Der vieljährige Mittelwert der Referenzperiode zwischen 1961 und 1990 liege in Niedersachsen bei 52 Litern pro Quadratmeter, in Bremen bei 48 Litern.

Umso sonniger war es in Niedersachsen mit rund 285 Sonnenstunden statt im Mittel 151 Sonnenstunden. Auch in Bremen war es mit 280 Stunden deutlich sonniger als üblich (155 Sonnenstunden).

Laut DWD war der April in diesem Jahr der dritttrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Trockenheit führte zu Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern war der April ebenfalls zu trocken. Mit zehn Litern Regen pro Quadratmeter lag der Nordosten noch unter dem Bundesdurchschnitt. Auch würden die Werte nach DWD-Angaben deutlich unter den 42 Litern Niederschlag aus der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990 liegen. 

Zudem gab es 280 Stunden Sonnenschein - das sind 133 Sonnenstunden mehr als in der Referenzperiode.

Im Zusammenhang mit der Trockenheit weist der Wetterdienst auch auf die gestiegene Waldbrandgefahr hin. So hätte im April ein durch Trockenheit entstandener Brand bei Krakow am See (Kreis Rostock) vier Hektar Wald zerstört. 

Mit durchschnittlich 9,1 Grad Celsius ist Mecklenburg-Vorpommern das zweitkühlste Bundesland im April gewesen. 

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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