Fischmarkt überflutet und mehr: So hat Sturm "Daniel" im Norden gewütet

Aktualisiert, 2. Dezember, 9.57 Uhr

Hamburg/Kiel - Schwere Sturmböen haben am Mittwoch und in der Nacht auf Donnerstag im Norden für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Vielerorts stürzten nach Polizeiangaben Äste oder Bäume auf Straßen.

In Hamburg stürzte ein Baum auf die Gleise der U3. Der Zugverkehr wurde eingestellt.
In Hamburg stürzte ein Baum auf die Gleise der U3. Der Zugverkehr wurde eingestellt.  © BlaulichtNews

Zwischen Flensburg und Schleswig blockierte ein umgestürzter Baum am Mittwochnachmittag die Gleise der Regionalbahn von Flensburg nach Hamburg, wie die Bahn bei Twitter mitteilte.

Ein Zug fiel auf der Teilstrecke aus. Reisende zwischen Flensburg und Schleswig wurden gebeten, auf einen späteren Zug auszuweichen.

In Hamburg blockierte ein Baum auf den Gleisen der U3 zwischen Kellinghusenstraße und Saarlandstraße den Zugverkehr. Laut Hochbahn wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen eingerichtet. Seit einiger Zeit laufe aber wieder Normalbetrieb, wie der HVV auf Twitter mitteilte.

FFP2-Masken im Nahverkehr und neue Quarantäneregeln: Das gilt ab heute
Hamburg Corona FFP2-Masken im Nahverkehr und neue Quarantäneregeln: Das gilt ab heute

Allerdings fahren die Züge aufgrund der Sturmwarnung derzeit aus Sicherheitsgründen außerhalb der Tunnelstrecken nur noch 40 statt 80 km/h.

Für Besucher des Hamburger Doms endete der Abend vorzeitig. Wie auf Facebook zu lesen ist, wurde er geschlossen. "Morgen um 15 Uhr geht’s weiter", hieß es in der Mitteilung.

Die Hamburger Feuerwehr verzeichnete bis zum Donnerstagmorgen 216 Sturmeinsätze sowie etwa 450 Einsätze der Polizei, sagten zwei Sprecher am Donnerstagmorgen. Meist ging es um umgefallene Bäume, Gerüste und Straßenschilder. Der Fischmarkt und vereinzelte Straßen wurden überflutet, dabei stand das Wasser zeitweise etwa zwei Meter über dem Mittleren Hochwasser. Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr und Polizei niemand.

In der Mittwochnacht wurde der Fischmarkt überflutet.
In der Mittwochnacht wurde der Fischmarkt überflutet.  © Steven Hutchings/dpa

Sturm verhindert Lkw-Bergung nach Unfall

Sturmböen wirbeln das Wasser am Fähranleger in Dagebüll auf.
Sturmböen wirbeln das Wasser am Fähranleger in Dagebüll auf.  © Axel Heimken/dpa

Fast 180 Mal mussten Feuerwehr und Polizei von Mittwoch bis zum frühen Donnerstag im Süden von Schleswig-Holstein wetterbedingt ausrücken.

Schwere Sturmböen sorgten für umgestürzte Bäume auf Fahrbahnen und umgefallene Gegenstände wie Absperrgitter, wie ein Sprecher der Regional-Leitstelle Süd am frühen Donnerstagmorgen sagte. Verletzte gab es demnach nicht.

Auf der A1 zwischen Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) und dem Autobahnkreuz Bargteheide müsse nach einem Lkw-Unfall noch das Fahrzeug geborgen werden. Aufgrund des starken Windes war dies am Mittwochabend nicht möglich gewesen.

Hamburg: Zum Geburtstag: Jan Fedder (†64) bekommt eigene Promenade an der Elbe!
Hamburg Kultur & Leute Zum Geburtstag: Jan Fedder (†64) bekommt eigene Promenade an der Elbe!

Die Bergung werde auf den Donnerstagvormittag verlegt, hieß es weiter. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt.

Deutsche Wetterdienst warnt an den Küsten vor starkem Sturm

Ein Baum krachte in Seevetal-Hittfeld auf die Straße. Ein Autofahrer erkannte die Gefahr zu spät und fuhr mit seinem VW gegen den Baum.
Ein Baum krachte in Seevetal-Hittfeld auf die Straße. Ein Autofahrer erkannte die Gefahr zu spät und fuhr mit seinem VW gegen den Baum.  © JOTO

In Seevetal-Hittfeld musste die Feuerwehr am Abend ausrücken, als eine Birke auf die Karoxbosteler Chaussee krachte. Während ein Autofahrer das Unheil kommen sah und noch rechtzeitig abbremsen konnte, erkannte ein entgegenkommendes Auto die Gefahr zu spät und krachte in den Baum. Die insgesamt fünf Insassen blieben zum Glück unverletzt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die Nacht auf Donnerstag vor starkem Sturm vor allem an den Küsten von Nord- und Ostsee gewarnt. In der ersten Nachthälfte musste an der Nordsee auch mit Orkanböen gerechnet werden; in der zweiten Nachthälfte über der Ostsee mit schweren Sturm- bis orkanartigen Böen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ging von einem bis zu 1,5 Meter höheren Wasserstand in der Nacht an der ostfriesischen Küste sowie im Weser- und Elbegebiet und von bis zu 75 Zentimetern an der nordfriesischen Küste aus.

Von einer Sturmflut spricht man an der Nordseeküste, wenn das Hochwasser mehr als 1,5 Meter höher als normal aufläuft.

Titelfoto: Steven Hutchings/dpa

Mehr zum Thema Hamburg Wetter: