Sturmtief "Kirsten": Feuerwehr im Dauereinsatz

Hamburg/Kiel/Hannover/Schwerin - Sturmtief "Kirsten" fegt über Deutschland hinweg, auch die Norddeutschen müssen sich am Mittwoch auf viel Regen und Wind einstellen.

Passanten sind bei Starkregen in Hamburg unterwegs. (Symbolfoto)
Passanten sind bei Starkregen in Hamburg unterwegs. (Symbolfoto)  © Bodo Marks/dpa

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt im Süden Schleswig-Holsteins und Hamburg vor Sturmböen zwischen 60 und 75 Kilometer pro Stunde sowie schauerartigen Niederschlägen. Der Schwerpunkt des Tiefs wird allerdings in Niedersachsen sein. Hier ist mit schwere Sturmböen und einzelnen Gewittern zu rechnen. 

"Bei diesen Windstärken fallen Bäume um. Man sollte aufpassen, auf alles, was nicht niet- und nagelfest ist", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.

Am frühen Nachmittag zieht das Sturmtief den Angaben zufolge über den Nordosten hinweg ab. Demnach sind Ostniedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern zu den späteren Stunden des Tages von dem Sturm betroffen. Am Abend soll sich das Wetter wieder beruhigen.

Update, 8.40 Uhr: Lage in Ostfriesland angespannt

Das Sturmtief hat am Mittwochmorgen vor allem in Ostfriesland und an der dortigen Nordseeküste kräftig geweht. "Es ist angespannt", sagte ein Sprecher der regionalen Rettungsleitstelle Ostfriesland in Wittmund. 

Es sei sehr windig, aber zunächst habe es doch sehr wenige umgestürzte Bäume gegeben, die von den Bauhöfen und Straßenmeistereien beseitigt werden mussten: "Feuerwehreinsätze haben wir bislang noch keine gehabt". Vielleicht habe man Glück, dass der Sturm über der Nordsee tobe und noch nicht auf dem Festland.

Update, 10.58 Uhr: Fähren zu den Inseln fahren planmäßig

Die Fähre "Schleswig-Holstein" verlässt den Hafen in Richtung Föhr. (Symbolfoto)
Die Fähre "Schleswig-Holstein" verlässt den Hafen in Richtung Föhr. (Symbolfoto)  © Frank Molter/dpa

Während Sturmtief "Kirsten" am Mittwoch an der Nordseeküste kräftig geweht hat, haben große Fähren zunächst ohne Einschränkungen zu Ostfriesischen Inseln übergesetzt. "Wir fahren planmäßig. Wir kommen bei der Sturmstärke zwar an die zehn dran, das ist aber nichts, was wir nicht gewöhnt sind", sagte Fred Meyer, Sprecher der Reederei Norden-Frisia, die Fahrten nach Norderney und Juist anbietet.

Nur die kleinen Aluminium-Schnellboote der Reederei sollten - ebenso wie bei Töwerland-Express mit seinen Fahrten nach Juist und Baltrum - für diesen Tag im Hafen bleiben. "Das ginge theoretisch auch noch, ist den Fahrgästen aber nicht zuzumuten", erklärte Meyer.

Auch nach Borkum, Langeoog und Baltrum sollten die Fähren wie geplant fahren. Die AG Ems stellte allerdings Fahrten mit dem Katamaran nach Borkum ein. "Das hat der Kapitän heute Morgen so beurteilt. Das Schiff ist ja leichter. Die Fähren können selbst bei Orkan noch fahren", sagte Sprecherin Corina Habben.

Nach Angaben des Deutsche Wetterdienstes ist in Niedersachsen mit schweren Sturmböen und einzelnen Gewittern zu rechnen. Am frühen Nachmittag zieht das Tief den Angaben zufolge über den Nordosten hinweg ab. Demnach ist Ostniedersachsen zu den späteren Stunden des Tages von dem Sturm betroffen. Am Abend soll sich das Wetter wieder beruhigen.

Update, 13 Uhr: Feuerwehreinsatz in Bergedorf

Die Fahrzeuge der Feuerwehr stehen am Einsatzort.
Die Fahrzeuge der Feuerwehr stehen am Einsatzort.  © Telenewsnetwork

Das Sturmtief sorgt für die ersten wetterbedingten Einsätze in der Hansestadt. Eine 15 Meter große Krone, eines rund 30 Meter hohen Baumes, der in unmittelbarer Nähe an der vielbefahrenen Rothenhauschaussee im Stadtteil Bergedorf steht, drohte am Mittag auf die Straße zu kippen.

Die Hamburger Feuerwehr war mit zahlreichen Einsatzkräften, darunter auch die Höhenrettung vor Ort. Da die Einsatzkräfte weder mit der Drehleiter, noch mit dem Teleskopmastfahrzeug an die Krone herankamen, musste ein Stahlseil um den Baum geschlungen werden.

Anschließend wurde die 15 Meter lange Krone aus dem Baum gezogen. Während des Einsatzes wurden die Beamten der Feuerwehr von einem Schwarm Erdwespen angegriffen und gestochen. 

Update, 14.16 Uhr: U1-Bahnverkehr kurzzeitig unterbrochen

Das Sturmtief Kirsten hält die Einsatzkräfte der Hamburger Feuerwehr weiterhin auf Trapp. Ein großer Ast drohte am Mittag auf die Gleise der U1 zu Fallen. Die alarmierte Feuerwehr rückte zum Einsatzort am Bahnhof Lattenkamp aus. Der Strom der Gleise und der U-Bahnverkehr wurde unterbrochen, um die Arbeiten der Einsatzkräfte nicht zu gefährden. Von einer Drehleiter aus wurde der große Ast vom Stamm des Baumes getrennt. Anschließend wurde der Betrieb der U1 wieder aufgenommen. 

Zeitgleich kämpfen die Flugzeugkapitäne beim Landeanflug mit ihren Passagiermaschinen am Hamburger Flughafen gegen die starken Windböen an, um die Flieger sicher auf die Landebahn zu setzen. Für die anwesenden Passiere sollte dies keine angenehme Erfahrung sein.  

Update, 18.20 Uhr: Feuerwehr Hamburg rückt 30 Mal aus

Im Hamburger Stadtgebiet musste die Feuerwehr am Mittwoch zu insgesamt rund 30 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Durch die Sturmböen kam es zu Schäden im gesamten Stadtgebiet, Starkregen sorgte für Überschwemmungen auf Straßen und in Gebäuden, teilte die Feuerwehr am Abend mit. 

Dabei waren neben den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr auch diverse Freiwillige Feuerwehren im Einsatz. 

Gegen Abend ist nach Aussage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit einer Abnahme des Windes zu rechnen. 

Titelfoto: Telenewsnetwork

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