Acht Jahre nach Rocker-Mord: Polizei nimmt mutmaßliche Leichen-Entsorger fest

Mönchengladbach - Knapp acht Jahre nach der Ermordung des Rockers Kai M. hat die Polizei mithilfe von Spezialkräften zwei Männer festgenommen, die an der Beseitigung der Leiche beteiligt gewesen sein sollen.

Die Polizei hat am Dienstag zwei Männer (43, 45) festgenommen, die vor acht Jahren an der Ermordung eines Rockers beteiligt gewesen sein sollen. (Symbolbild)
Die Polizei hat am Dienstag zwei Männer (43, 45) festgenommen, die vor acht Jahren an der Ermordung eines Rockers beteiligt gewesen sein sollen. (Symbolbild)  © 123RF/ralfliebhold

Die 43 und 45 Jahre alten Mönchengladbacher seien am Dienstagmorgen in ihren Wohnungen festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Die Staatsanwaltschaft Duisburg habe Haftbefehle wegen Strafvereitlung bezüglich gemeinschaftlichen Mordes gestellt.

In der gleichen Angelegenheit sei einem 36-Jährigen in der Justizvollzugsanstalt Willich ein Haftbefehl eröffnet worden, der dort eine Freiheitsstrafe absitze.

Alle drei Tatverdächtigen sind nach Erkenntnissen der Ermittler der Rocker-Gruppierung Hells Angels zuzurechnen und sollen in unterschiedlicher Tatbeteiligung im Januar 2014 die Tatwaffe und den Leichnam des Opfers beseitigt haben.

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Die Polizei gab außerdem weitere Details ihres Ermittlungsstandes bekannt. Demnach ist die Leiche in einem Autoanhänger von Mönchengladbach nach Duisburg und dann weiter ins Ruhrgebiet transportiert worden.

Später wurden Leichenteile in Duisburg am Ufer des Rheins, im Rheinpreußenhafen und im Rhein-Herne-Kanal gefunden.

Ermittler fahnden mit internationalem Haftbefehl nach dem Haupttäter

Das Hells Angels-Emblem, ein Totenkopf mit Helm und Flügeln, ist auf dem Tank eines abgestellten Motorrads zu sehen.
Das Hells Angels-Emblem, ein Totenkopf mit Helm und Flügeln, ist auf dem Tank eines abgestellten Motorrads zu sehen.  © picture alliance / Arne Dedert/dpa

Für den eigentlichen Mord soll ein 33-Jähriger verantwortlich sein, der sich ins Ausland abgesetzt habe und nach dem mit internationalem Haftbefehl gefahndet werde. Von ihm gebe es weiter keine Spur, sagte ein Duisburger Polizeisprecher.

Der Mann hatte Anfang September über Instagram Fotos und Videos über sein Leben - mutmaßlich im Iran - veröffentlicht und sich über die Ermittler lustig gemacht.

Die Polizei nutzt zwei Fotos des Mannes zur Fahndung, eins davon zeigt ihn mit Sonnenbrille und breitem Grinsen.

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Ein weiterer 42 Jahre alter Mitbeschuldigter, der ebenfalls den Hells Angels zuzurechnen sei, soll an der Zerstückelung und Entsorgung des Toten beteiligt gewesen sein.

Er war den Angaben zufolge am 2. September festgenommen worden. Die Ermittlungen dauerten weiter an.

Titelfoto: 123RF/ralfliebhold

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