Tod von "Gorch-Fock"-Kadettin (†18): Zwölf Jahre später neue Erkenntnisse

Aurich/Kiel – Zwölf Jahre nach dem mysteriösen Tod der "Gorch Fock"-Kadettin Jenny Böken (†18) hat deren Vater am Freitag eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Aurich (Niedersachsen) gestellt.

Ein Foto der auf der "Gorch Fock" ums Leben gekommenen Soldatin Jenny Böken ist auf ihrem Grab auf dem Friedhof zu sehen.
Ein Foto der auf der "Gorch Fock" ums Leben gekommenen Soldatin Jenny Böken ist auf ihrem Grab auf dem Friedhof zu sehen.  © Henning Kaiser/dpa

Sie richte sich gegen Unbekannt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts zum Nachteil von Jenny Böken, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die bisherigen Ermittlungen waren bei der Staatsanwaltschaft Kiel geführt worden, die im November 2019 auch das erneut aufgenommene Todesermittlungsverfahren einstellt

Dagegen legten die Eltern eine Beschwerde ein, die Schleswig-Holsteins Generalstaatsanwalt im Juli 2020 als unbegründet abwies. Die "Gorch Fock" hat Kiel als Heimathafen.

In der Nacht zum 4. September 2008 war die damals 18-jährige Offiziersanwärterin aus Nordrhein-Westfalen während der nächtlichen Seewache über Bord des Segelschulschiffs gegangen und zu Tode gekommen. 

Die Umstände sind nie vollständig aufgeklärt worden. Die Kieler Staatsanwaltschaft hält einen Unfall für wahrscheinlich. 

Dagegen sieht der Vater, der seit zwölf Jahren unermüdlich um volle Aufklärung kämpft, Hinweise für ein Tötungsdelikt. Gegen eine von ihm genannte Zeugin ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft wegen falscher Verdächtigung.

Vater wirft Staatsanwaltschaft mangelnden Aufklärungswillen vor

Der Vater sagte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, die Staatsanwaltschaft Aurich sei für das Ermittlungsverfahren zum Tod seiner Tochter zuständig. 

Denn der Vorfall habe sich innerhalb der 12-Seemeilen-Zone vor Norderney und damit im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Aurich zugetragen. Uwe Böken warf der Kieler Staatsanwaltschaft erneut mangelnden Aufklärungswillen vor.

Die Staatsanwaltschaft Aurich will im Rahmen des jetzt aufgenommenen Ermittlungsverfahrens dies Zuständigkeit von Amts wegen klären.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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