Neue Masche: Clans liefern unverzollten Tabak per Taxi an Shisha-Bars

Düsseldorf - Illegales Tabak-Taxi auf Abruf: Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (68, CDU) sieht in dem neuen Phänomen die Folgen seiner Strategie gegen Clans.

Polizisten bei einer Razzia in einer Shisha-Bar im Januar 2019. Nach tausenden Kontrollaktionen in Shisha-Bars in NRW liefern Clans unverzollten Tabak inzwischen per Taxi. (Archivbild)
Polizisten bei einer Razzia in einer Shisha-Bar im Januar 2019. Nach tausenden Kontrollaktionen in Shisha-Bars in NRW liefern Clans unverzollten Tabak inzwischen per Taxi. (Archivbild)  © Bernd Thissen/dpa

"Früher konnte die Polizei in den Shisha-Bars bergeweise unverzollten Tabak sicherstellen. Heute findet man da kaum noch etwas. Jetzt haben die Clans eine zentrale Lagerstätte eingerichtet und liefern es per Taxi, immer wenn es gebraucht wird", sagte Reul in einem Interview mit dem Portal t-online.de.

Laut Reul wurden unter seiner Leitung mehr als 1600 Kontrollaktionen in Shisha-Bars und Wettbüros durchgeführt.

"Wir haben rund 4000 Objekte durchsucht und fast 700 Personen in Gewahrsam genommen, über 2000 Strafanzeigen und mehr als 4000 Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben, es wurden 11.000 Bußgelder verhängt", sagte Reul in dem Interview.

Dass dadurch den Clans Geld verloren gehe, habe Konsequenzen: "Es fängt an weh zu tun. Die ärgern sich. Und das hat Folgen: Die führen sich nicht mehr so selbstherrlich bei der Polizei auf."

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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