Mehr als 800 Drohanrufe über Sprengstoff und Gift: 45-Jähriger muss in die Psychiatrie

Dessau-Roßlau - Ein 45-jähriger Mann wird in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen, nachdem er mehrfach Drohanrufe bei Behörden und Supermärkten getätigt hat.

Da Landgericht Dessau-Roßlau hat nun ein Urteil gefällt.
Da Landgericht Dessau-Roßlau hat nun ein Urteil gefällt.  © Hendrik Schmidt/ZB/dpa

Die Strafkammer habe es als erwiesen angesehen, dass der Mann in zahlreichen Fällen den öffentlichen Frieden durch die Androhung von Straftaten störte. Das hat das Landgericht Dessau-Roßlau am Donnerstag nach sechsmonatiger Verhandlung entschieden.

So kündigte der 45-Jährige etwa im Januar 2019 an, sich mit einem Sprengstoffgürtel im Justizzentrum Halle in die Luft zu sprengen. Damit habe der Mann erreichen wollen, dass ein Angeklagter freigelassen werde, dessen Prozess zeitgleich in Halle lief. 

Zudem rief er zwei Supermarktketten an und behauptete, vergiftete Lebensmittel in den Verkehr gebracht zu haben.

Die Vorsitzende der Strafkammer wies darauf hin, dass im Prozess nur ein Bruchteil der Taten verhandelt wurde. Seit 2012 seien mehr als 800 Verfahren wegen ähnlicher Taten aufgelaufen. 

Nach Einschätzung eines Sachverständigen geht von dem 45-Jährigen eine erhebliche Gefahr aus. Laut einem Gutachten ist nicht auszuschließen, dass der Mann wegen einer psychischen Erkrankung zur Tatzeit schuldunfähig war. 

Deswegen ordnete das Gericht die gesicherte Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/ZB/dpa

Mehr zum Thema Justiz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0