Bombenanschlag laut Gericht vermutlich nie passiert, Freispruch!

Düsseldorf – Ein Angeklagter (27) vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht soll für den Mord an sechs Menschen verantwortlich sein. Nach nur einer Woche wird im Prozess gegen einen mutmaßlichen Terroristen der tamilischen Terrorgruppe LTTE am Donnerstag das Urteil erwartet.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Terroristen (27) findet vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht statt. (Archivfoto)
Der Prozess gegen den mutmaßlichen Terroristen (27) findet vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht statt. (Archivfoto)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Mann aus Werne bei Dortmund soll als 15-Jähriger in Sri Lanka vor einem Konvoi der Armee eine Bombe ferngezündet und dabei sechs Menschen umgebracht haben, wie ihm die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Anklage vorwirft.

Der Prozessbeginn ist um 10.30 Uhr. Die Urteilsverkündung wird gegen Mittag erwartet.

Die Vorwürfe beruhten allerdings maßgeblich auf den eigenen Angaben des Angeklagten bei seinem Asylantrag. Beim Prozessauftakt im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts hatte der inzwischen 27-Jährige sie widerrufen.

Seine Angaben beim Bundesamt seien falsch gewesen. Zudem kam ein Sachverständiger zu dem Schluss, dass die Aussagen im Asylverfahren 2018 vermutlich nicht stimmten.

Bei dem Anschlag sollen im September 2008 sechs Menschen getötet und viele weitere verletzt worden sein. Dem Angeklagten droht im Fall einer Verurteilung die Jugend-Höchststrafe von zehn Jahren Haft.

Die tamilischen "Befreiungstiger" LTTE kämpften jahrzehntelang für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit auf Sri Lanka und gegen die Unterdrückung durch die singhalesische Mehrheit. Inzwischen ist der Bürgerkrieg beendet und die LTTE gilt seit 2009 als besiegt und zerschlagen.

Update, 14: Attentat laut Gericht vermutlich nie passiert, Angeklagter freigesprochen!

Der 27-Jährige aus Sri Lanka ist vom Vorwurf des sechsfachen Mordes und des Terrorismus freigesprochen worden. Den Bombenanschlag nahe Jaffna, den der Asylbewerber selbst begangen haben wollte, habe es vermutlich gar nicht gegeben, befand das Oberlandesgericht am Donnerstag. Das Urteil ist rechtskräftig.

Es gebe keine Hinweise auf diesen schweren Anschlag mit angeblich sechs Toten und vielen Verletzen, hatte ein Sachverständiger zuvor ausgeführt.

Auch der Bundesnachrichtendienst hatte mitgeteilt, von dem besagten Bombenattentat in Sri Lanka keine Kenntnis zu haben.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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