Ende in Burbach-Prozess um brutal misshandelte Flüchtlinge in Sicht

Siegen - Im Prozess um misshandelte Migranten in einer Notunterkunft in Burbach zeichnet sich ein Abschluss ab.

2014: Sicherheitskräfte laufen auf dem Gelände des Flüchtlingsheims der ehemaligen Siegerland-Kaserne, während Wäsche zum Trocknen über einem Zaun hängt. (Archivbild)
2014: Sicherheitskräfte laufen auf dem Gelände des Flüchtlingsheims der ehemaligen Siegerland-Kaserne, während Wäsche zum Trocknen über einem Zaun hängt. (Archivbild)  © Ina Fassbender/dpa

Von ursprünglich 38 Angeklagten steht das Urteil im Hauptverfahren noch für vier Personen aus. Die Plädoyers sollen am 15. Juni gehalten werden, kündigte das Landgericht Siegen am Dienstag an.

Mit einem Urteil sei dann am 7. Juli zu rechnen. In der Landesunterkunft im Siegerland sollen Mitarbeiter geflüchtete Menschen über Monate hinweg bis September 2014 in "Problemzimmer" eingesperrt, gequält und geschlagen haben.

In dem komplexen Verfahren wurden bisher 14 Angeklagte verurteilt. Zuletzt hatte Ende April ein früherer Wachmann wegen Freiheitsberaubung in fünf Fällen eine Gesamtgeldstrafe von 85 Tagessätzen zu je 20 Euro erhalten.

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Sechs Angeklagte wurden bisher freigesprochen. In sechs weiteren Fällen wurde das Verfahren eingestellt - darunter einmal, weil die angeklagte Person gestorben war. In acht Fällen sind die Verfahren abgetrennt worden und sollen separat verhandelt werden.

Nach 15 Monaten Verhandlung hatte sich schon im Frühjahr 2020 die Schlussphase in dem Mammutprozess abgezeichnet. Dann war die Hauptverhandlung aber coronabedingt für einen längeren Zeitraum unterbrochen worden.

Titelfoto: Ina Fassbender/dpa

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