Er hatte 3000 Euro im Casino gewonnen: Zwei Räuber schlugen Glückspilz bewusstlos

Bautzen - Diese Glückssträhne währte nur kurz. Marcel P. (31) ging mit 20 Euro in die Spielothek in Bischofswerda und gewann ein Vielfaches. Doch nur Minuten später wurde er um 1700 Euro brutal erleichtert. Dirk G. (28) und sein Ex-Schwager Patrick K. (28) raubten ihn aus.

Dirk G. (28, l.) muss in den Knast; Patrick K. (28, r.) bekam Bewährung.
Dirk G. (28, l.) muss in den Knast; Patrick K. (28, r.) bekam Bewährung.  © Holm Helis

Sie beobachten mit einem bisher unbekannten Mittäter, wie Marcel Runde um Runde am Automaten gewann. Am Ende hatte er 3000 Euro erspielt, mehr als die Casinokasse hergab. Immerhin bekam er 1700 Euro sofort ausgezahlt, gab Dirk sogar was ab, damit er auch spielen kann.

Doch der 14-fach Vorbestrafte hatte da schon mit Kumpel Patrick einen Plan ausgeheckt. Patrick bot dem Glückspilz an, ihn heimzufahren. Doch vor der Spielothek warteten die anderen. Dirk schlug und trat zu. "Ich bekam einen Schlag auf den Hinterkopf, mehr weiß ich nicht mehr", so das Opfer, dem das Geld abgenommen wurde. 

Patrick behauptete hinterher scheinheilig, auch überfallen worden zu sein, brachte Marcel tatsächlich heim, ehe er 200 Euro vom Beutegeld bekam.

Doch ein Video aus der Spielothek überführte zumindest zwei Täter. Außerdem verpfiff Dirk seinen Ex-Schwager später schriftlich bei der Justiz. 

Apropos verpfeifen: Offenbar hat der große Unbekannte Angst, erwischt zu werden. Denn Patrick wurde vorm Prozess im Amtsgericht Bautzen von einem Mann gewarnt, "er solle sich genau überlegen, was er sagt". Dieser Mann saß im Verhandlungssaal! Als der Richter davon erfuhr, ließ er den ominösen Zuschauer von Wachmännern entfernen und dessen Personalien aufnehmen: "Es besteht ja immerhin der Anfangsverdacht einer Straftat."

Auf dem Überwachungsvideo der Spielothek sieht man, wie der Glückspilz von anderen Männern beobachtet wird.
Auf dem Überwachungsvideo der Spielothek sieht man, wie der Glückspilz von anderen Männern beobachtet wird.  © Repro: Holm Helis

Urteil: Dirk G. muss für zwei Jahre und zwei Monate hinter Gitter. Patrick K. bekam zwar Bewährung, muss aber 200 Stunden gemeinnützig arbeiten und 200 Euro ans Opfer zahlen. 

Titelfoto: Holm Helis

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