Ex-Polizist Karl Hilz vor Gericht: 10.000 Euro Strafe für Pandemie-Leugner

München - Einer der bekanntesten bayerischen Corona-Leugner und Anti-Maßnahmen-Aktivisten, Karl Hilz, muss nun wohl tief in die Tasche greifen.

Der Ex-Polizeibeamte Karl Hilz (r.) gerät immer wieder mit den Gesetzeshütern in Konflikt. (Archiv)
Der Ex-Polizeibeamte Karl Hilz (r.) gerät immer wieder mit den Gesetzeshütern in Konflikt. (Archiv)  © vifogra / Eberlein

Der vom Verfassungsschutz beobachtete 64-jährige Ex-Polizist ist am Montag vom Amtsgericht München zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 100 Euro verurteilt worden. Insgesamt also 10.000 Euro Strafe.

Mit dem Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, gilt Hilz als vorbestraft.

Grund für den Prozess war eine Anti-Maßnahmen-Demo im November 2020 am St.-Pauls-Platz.

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Der pensionierte Feldmochinger Polizeibeamte, der selbst bereits derartige Demonstrationen organisierte, trat dort - erneut - ohne Maske auf und führte ein Schweizer Taschenmesser bei sich - laut Gericht eine sogenannte "Aktivwaffe".

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Peter Pytlik, soll sich dem Urteil gegenüber positiv geäußert haben: "In notorischer Unbelehrbarkeit und fern jeglicher wissenschaftlich erwiesener Fakten, aber in aller Öffentlichkeit zu Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten aufzurufen, geht vor allem für einen ehemaligen Polizeibeamten gar nicht", zitiert ihn die "Süddeutsche Zeitung".

Unter anderem habe Hilz bei seinen Auftritten immer wieder dazu aufgerufen, sich den Infektionsschutz-Maßnahmen zu widersetzen.

Laut einem Pressesprecher des Verfassungsschutzes gelte Hilz als sehr aktiv und ist im Bereich "sicherheitsgefährdende, demokratiefeindliche Bestrebungen" intern gelistet.

Provokationen vor Gericht und wieder keine Maske

Der 64-Jährige selbst äußerte erneut vor Gericht, warum die aktuelle Pandemie seiner Meinung nach erfunden sei und provozierte die Anwesenden im Saal: "Ich kenne maskierte Menschen nur als Räuber und Mörder. Ich fühle mich hier Verbrechern gegenüber", soll er laut "Bild" während der Verhandlung gesagt haben.

Während der Verhandlung trug er erneut keine Maske, legte jedoch ein Attest vor. Amtsrichterin Hildegard Bock akzeptiere das, laut ihrer Meinung "sehr allgemein" gehaltene Schriftstück.

Sein Anwalt forderte Freispruch, die Staatsanwaltschaft 120 Tagessätze zu je 100 Euro. Das Gericht blieb knapp unter diesem Ersuchen.

Die Urteilsbegründung selbst wartete Karl Hilz schließlich nicht mehr ab und verließ zuvor den Saal.

Titelfoto: vifogra / Eberlein

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