Gewalt bei Querdenker-Protest: Polizei fahndet nach diesem Mann

Kassel - Der zum Teil verbotene Protest von mehr als 20.000 Anhängern und Unterstützern der sogenannten Querdenker-Bewegung im März in Kassel sorgte Deutschlandweit für Schlagzeilen und zum Teil auch für Entsetzen. Wie nun bekannt wurde, fahndet die Polizei in diesem Zusammenhang nach einem Mann.

Die Polizei in Nordhessen veröffentlichte diese Bildmontage, welche den gesuchten Mann bei einer Querdenker-Demonstration in Kassel zeigt.
Die Polizei in Nordhessen veröffentlichte diese Bildmontage, welche den gesuchten Mann bei einer Querdenker-Demonstration in Kassel zeigt.  © Polizeipräsidium Nordhessen

Bei den Querdenker-Protesten am 20. März war es zum massiven Ausschreitungen gekommen. Dabei wurde der Gesuchte auf dem Friedrichsplatz in Kassel gegenüber Polizeibeamten gewalttätig.

Der bislang unbekannte Mann habe "in einem unübersichtlichen Geschehen einem Polizisten einen Fußtritt gegen den Oberschenkel versetzt und ihn mit beiden Händen und mit voller Kraft gegen die Brust gestoßen", erläuterte ein Sprecher.

Der Beamte sei hierdurch verletzt worden. "Anschließend versuchte der Unbekannte, einen anderen Polizisten zu stoßen, indem er Druck mit seiner Hand gegen dessen Halsbereich ausübte", fügte der Polizeisprecher hinzu.

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Danach habe der Täter die hektische Situation und das Menschengedränge genutzt, um unerkannt zu entkommen.

Die Polizei veröffentlichte Fotos, auf denen der Gesuchte abgebildet ist. Der Mann trug bei der Tat eine schwarze Schirmmütze ohne erkennbares Logo sowie eine Schwarze Jacke und eine schwarze Hose.

Zeugen, die Hinweise auf den Täter geben können, sollen sich unter der Telefonnummer 05619100 beim Polizeipräsidium Nordhessen melden.

Gewalt gegen Polizei und Journalisten bei Querdenker-Protesten in Kassel

Bei den Querdenker-Protesten am 20. März in Kassel kam es zu massiven Ausschreitungen.
Bei den Querdenker-Protesten am 20. März in Kassel kam es zu massiven Ausschreitungen.  © Swen Pförtner/dpa

Am 20. März waren in Kassel laut Gerichtsbeschluss nur rund 6000 Demonstranten gegen die damaligen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in Deutschland erlaubt gewesen. Zudem durften diese sich nur auf einem Doppelplatz am Rand der Stadt versammeln.

Die in der Spitze mehr als 20.000 Demonstranten hielten sich jedoch nicht an die Auflagen. Es kam zu tumultartigen Situationen, Polizisten und Journalisten wurden angegriffen.

Für Aufsehen sorgte damals etwa eine Attacke gegen einen Fotoreporter.

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Die Polizei sah sich nach den Ausschreitungen bei den Querdenker-Protesten in Kassel wegen ihrer Strategie deutlicher Kritik ausgesetzt.

Ein Politikwissenschaftler bemerkte damals, die Polizei habe gegenüber den Querdenkern nicht auf Augenhöhe agiert.

Titelfoto: Polizeipräsidium Nordhessen

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