Polizisten bedroht und entwaffnet: Polizeipräsident appelliert an Yves R.

Oppenau - Der 31-jährige Yves R., der Polizisten in Oppenau im Schwarzwald bedroht und ihnen ihre Waffen abgenommen hat (TAG24 berichtete), ist weiter auf der Flucht.

Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach Yves R.
Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach Yves R.  © Polizeipräsidium Offenburg

Die Polizei hatte in den vergangenen Tagen mit einem Großaufgebot von mehreren Hundert Einsatzkräften nach dem Mann gesucht. Unter anderem waren eine Spezialeinheit, eine Hundestaffel und Hubschrauber an der Suche beteiligt.

Es könne derzeit nicht genau beurteilt werden, welche Gefahr von dem Mann ausgeht, hieß es seitens der Beamten.

Der Mann, der wahrscheinlich Tarnkleidung trägt, war den Ermittlungen zufolge mit Pfeil und Bogen, einem Messer und einer Pistole bewaffnet. Er soll sich bereits seit Wochen Unterschlupf im Wald gesucht haben.

Die Polizei geht davon aus, dass er sich in den Wäldern rund um die Stadt sehr gut auskennt und sicher bewegt. Der Gesuchte sei schon mehrfach mit der Polizei in Konflikt geraten, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Am Sonntagvormittag war der Polizei gemeldet worden, dass sich an einer Hütte ein verdächtiger Mann aufhalte. Bei einer Kontrolle stellten die Beamten fest, dass der Mann bewaffnet war. 

Der 31-Jährige bedrohte die Ermittler mit einer Schusswaffe und ergriff anschließend die Flucht. Am Freitag, 17. Juli endete die Flucht des "Wald-Rambos" mit seiner Festnahme.

Update, 17. Juli, 18.20 Uhr: Yves R. gefasst!

Nach tagelanger Suche in und um Oppenau wurde Yves R. (31) am Freitag festgenommen. Vier Schusswaffen seien laut Polizei sichergestellt worden. Details sollen am Abend auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden.

Update, 17. Juli, 15.35 Uhr: Polizeipräsident appelliert an Yves R.

Der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter hat an den flüchtigen 31-Jährigen von Oppenau appelliert, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. Das könne auch über Freunde oder die Familie geschehen, sagte er am Freitag in Oppenau. "Das ist ein Weg, gesund für alle herauszukommen." 

Die Ermittler gehen weiter davon aus, dass sich der Mann, der am Sonntag vier Polizeipistolen geraubt hatte, im Wald bei Oppenau im Ortenaukreis aufhält. Da der Ort nicht abgeriegelt oder umstellt sei, könne der Mann problemlos zu Kontaktpersonen gelangen.

Renter sprach den offensichtlich großen Freiheitsdrang des Mannes an. Die Polizeimaßnahmen dürften sich aber inzwischen auch psychisch auf ihn auswirken. "Ich hoffe und wünsche mir, dass er dieser Sache ein Ende macht."

Auch nach fünftägiger Suche fehlte am Freitag noch jede Spur von dem vorbestrafte Mann ohne festen Wohnsitz. Er war am Sonntag nach einer Polizeikontrolle in einer illegal von ihm genutzten Hütte in den Wald geflohen. Er hatte vier Beamte mit einer Waffe bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen.

Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter.
Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 17. Juli. 6.50 Uhr: Yves R. immer noch auf der Flucht

Die Polizei sucht weiter mit einem Großaufgebot nach einem bewaffneten 31-Jährigen. Der Mann sei noch auf der Flucht, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Auch nach fünftägiger Suche fehle von ihm jede Spur. Der vorbestrafte Mann ohne festen Wohnsitz war am Sonntag nach einer Polizeikontrolle in den Wald geflohen. Zuvor hatte er vier Beamte in einer illegal von ihm genutzten Hütte in Oppenau mit einer Waffe bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich sehr gut in dem unwegsamen Gelände auskennt. Bei der Suche setzt die Polizei daher auch auf die Hilfe von Überlebensexperten, Polizeipsychologen und ortskundigen Förstern. Zuvor waren mehr als 270 Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten eingegangen. Die Suche in Höhlen, alten Bunkern und verlassene Gebäuden blieb bislang jedoch ohne Erfolg.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Mann als Jugendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Er hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Alter von 15 Jahren das Schild eines Jugendwerks so verändert, dass die Aufschrift die Worte "Juden weg" enthielt. Zudem sei eine rechtsradikale Gesinnung zum Ausdruck gekommen, unter anderem durch Verwendung von Hakenkreuzen und SS-Symbolen sowie judenfeindlicher Äußerungen.

Die Jugendstrafe von acht Monaten mit Bewährung wurde nach einer Phase ohne weitere Vorkommnisse erlassen. Später habe es keine weiteren Ermittlungen wegen politisch motivierter Straftaten mehr gegeben. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten angegeben, dass sie von keinem rechtsextremen Hintergrund ausgehen.

Update, 16. Juli, 17.14 Uhr: Yves R. wegen Volksverhetzung verurteilt

Der gesuchte 31-Jährige von Oppenau ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Jugendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt worden. 

Er habe im Alter von 15 Jahren das Schild eines Jugendwerks durch Entfernen und Hinzufügen von Buchstaben so verändert, dass die Aufschrift die Worte "Juden weg" enthielt, teilte die Staatsanwaltschaft Offenburg am Donnerstag mit.

Außerdem sei während des Aufenthalts in dem Jugendwerk eine rechtsradikale Gesinnung zum Ausdruck gekommen, unter anderem durch Verwendung von Hakenkreuzen und SS-Symbolen sowie judenfeindliche Äußerungen. 

Die Jugendstrafe von acht Monaten mit Bewährung wurde nach einer Phase erlassen, in der er sich nichts hatte zuschulden kommen lassen. Danach habe es keine weiteren Ermittlungsverfahren wegen politisch motivierter Straftaten mehr gegeben.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten nach der Entwaffnung mehrerer Polizisten in Oppenau angegeben, dass sie von keinem rechtsextremen Hintergrund ausgehen.

Der Mann war 2010 wegen schwerer Körperverletzung zu einer dreieinhalbjährigen Jugendstrafe verurteilt worden. Er hatte mit einer Armbrust auf eine Bekannte geschossen.

Update, 16. Juli, 14.16 Uhr: Polizei setzt bei gesuchtem Mann auf Psychologen und Survival-Trainer

Die Polizei setzt bei ihrer Suche nach dem geflüchteten Mann im Schwarzwald auch auf die Hilfe von Überlebensexperten, Polizeipsychologen und ortskundigen Förstern. Insbesondere die Psychologen sollen sich in den 31-Jährigen hineinversetzen, um Anhaltspunkte zu seinem Verbleib zu bekommen, wie Polizeisprecher Yannik Hilger am Donnerstag sagte. Der Gesuchte kennt sich nach Einschätzung der Einsatzkräfte gut in dem unwegsamen Gelände aus.

Auch am Donnerstag beteiligten sich erneut zwischen 200 und 300 Kräfte an der Suche nach dem Mann, der am Sonntag nach einer Kontrolle vier Polizeibeamte mit einer Pistole bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen hatte. Seither ist der 31-Jährige verschwunden.

Update, 16. Juli, 12.49 Uhr: "Manifest" hat für Polizei keine Bedeutung

Das gefundene "Manifest" stammt nach Einschätzung der Polizei aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von dem gesuchten Mann. Es gebe derzeit viele Hinweise, dass der Text über die Kritik an der Technisierung des Lebens und das einfache Leben im Wald nicht von Yves R. geschrieben worden sei. Das Schreiben sei zudem derzeit für die Ermittlungen ohne Bedeutung, sagte Sprecher Yannik Hilger am Donnerstag.

Das sogenannte Waldläufer-Manifest stammt Recherchen des Südwestrundfunks (SWR) zufolge nicht vom gesuchten Mann. Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen soll es 2005 verfasst haben, wie er dem Sender bestätigte. Ein Bekannter, der das Schreiben gesehen habe, habe die Version bestätigt. Zuvor hatten "Baden Online" und die "Bild"-Zeitung über das angebliche Manifest des Mannes berichtet. Bereits am Mittwoch hatte die Polizei Bedenken bezüglich der Echtheit geäußert.

Update, 16. Juli, 9.33 Uhr: Mann mit Ähnlichkeit zum Verdächtigen Kontrolle unterzogen

Die Polizei sucht weiterhin mit starken Kräften nach dem Mann. Inzwischen sind bei der Polizei rund 270 Hinweise über Unterschlüpfe oder Sichtungen des Tatverdächtigen eingegangen. Die Polizei durchsuchte bereits Höhlen Bunker und verlassene Gebäude - bislang erfolglos. 

Ein dem Verdächtigen ähnlich aussehender Mann wurde heute in Offenburg eine Kontrolle unterzogen. Vom Tatverdächtigen fehlt nach wie vor jede Spur. 

Spezialeinsatzkräfte der Polizei auf der Suche nach dem Mann.
Spezialeinsatzkräfte der Polizei auf der Suche nach dem Mann.  © 7aktuell.de | Oskar Eyb

Update, 16. Juli, 8 Uhr: Schussabgabe am Donnerstagabend

Nach Informationen des Südwestrundfunks kam es am Abend zu einer Schussabgabe in Oppenau. Der Schuss löste sich beim Entladen aus der Waffe eines Polizisten, wie die Polizei bestätigte. 

Verletzt wurde dabei niemand. Die Ursache war wohl ein Bedienfehler.

Update, 16. Juli, 6.26 Uhr: Suche nach bewaffnetem Mann von Oppenau geht weiter

Die Polizei hat am Donnerstagmorgen weiter mit einem Großaufgebot nach dem bewaffneten 31-Jährigen von Oppenau gesucht. Von dem Mann fehle nach viertägiger Suche jede Spur, teilte die Polizei am Morgen mit. 

Update, 15. Juli, 11.46 Uhr: Polizei prüft mögliches Manifest des Flüchtigen

Die Polizei prüft ein mögliches Manifest von Yves R. Es sei aber nicht gesichert, dass der Text tatsächlich von dem 31-Jährigen stamme, sagte Polizeisprecher Yannik Hilger. Es sei keine politische Richtung daraus abzuleiten, es handele sich um einen Hinweis unter vielen. 

Der Text bestätige in erster Linie die Affinität des Mannes zum Wald, sagte Hilger. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über das Manifest berichtet, in dem es um Kritik an der Technisierung des Lebens und das einfache Leben im Wald geht. Medienberichten zufolge war der Text in einem Lokal hinterlegt.

Die Polizei setzt ihre Fahndung nach dem Flüchtigen auch am Mittwoch fort. Viele Maßnahmen liefen jetzt im Hintergrund ab, sagte Hilger. In Oppenau seien Präventionsteams der Polizei unterwegs, um die Menschen zu beraten. Die Beamten kontrollierten weiterhin das Gebiet, in dem sich der Mann aufhalten könnte. Auch Spezialkräfte seien im Einsatz.

In dieser Hütte lebte der flüchtige Yves R. (31).
In dieser Hütte lebte der flüchtige Yves R. (31).  © Kamera24

Update, 15. Juli, 7.10 Uhr: Suche geht am Mittwochmorgen weiter

Die Polizei sucht am Mittwoch weiter mit einem Großaufgebot nach dem bewaffneten 31-Jährigen. Trotz einer mittlerweile dreitägigen Suche fehlt von dem Mann weiter jede Spur, teilte die Polizei am Morgen mit.

Beamte der Bereitschaftspolizei beim Einsatz in Oppenau.
Beamte der Bereitschaftspolizei beim Einsatz in Oppenau.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 14. Juli, 15.53 Uhr: Polizist hatte Angst um sein Leben

Der von dem gesuchten Bewaffneten aus Oppenau bedrohte Polizist hatte nach Angaben von Staatsanwalt Herwig Schäfer Todesangst. Der flüchtige Mann hatte den Beamten über mehrere Minuten mit einer Pistole bedroht. 

"Er hat die Waffe direkt auf mich gerichtet. Ich habe jederzeit damit gerechnet, dass er schießen könnte und ich in dieser Hütte sterben könnte", zitierte Schäfer am Dienstag den Beamten.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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