Kriegsmunition und Sprengstoff: Polizei hebt gewaltiges Waffenlager aus!

Flensburg – Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz: Wegen dieser Vorwürfe muss sich ein 41 Jahre alter Mann aus Nordfriesland ab kommendem Dienstag (1. Dezember) vor dem Landgericht Flensburg verantworten.

Ermittler präsentieren im Gebäude der Polizeidirektion eine Auswahl von Waffen und Munition aus dem Waffenlager.
Ermittler präsentieren im Gebäude der Polizeidirektion eine Auswahl von Waffen und Munition aus dem Waffenlager.  © picture alliance / dpa

Er soll von 2009 bis 2015 sowie erneut im Februar 2020 eine Vielzahl von Kriegswaffen, Sprengstoff und anderen Waffen besessen, erworben und verkauft haben.

Bei Durchsuchungen in den Jahren 2015 und 2020 sind demnach bei dem Angeklagten eine Vielzahl von Sprengmitteln, Munition, Kriegs- und -Schusswaffen gefunden worden.

Eine Erlaubnis, unter anderem den TNT-Sprengstoff, Panzerfäuste, Maschinengewehre und -pistolen sowie diverse Revolver und Kisten mit Munition zu besitzen, hatte der Mann nicht.

Rückblende: Zwei Tage lang hatten Ermittler im Sommer 2015 das Haus des damals 35 Jahre alten Mannes in einem kleinen Ort in der Nähe von Husum durchsucht.

Solange brauchten sie, um das umfangreiche Waffenarsenal sicherzustellen - darunter 90 Kilogramm TNT. Eine Handgranate musste vor Ort kontrolliert gesprengt werden.

Beamte stoßen durch Zufall auf den Waffennarr

Bereits im Jahr 2015 wurde das Waffenarsenal des Mannes beschlagnahmt.
Bereits im Jahr 2015 wurde das Waffenarsenal des Mannes beschlagnahmt.  © picture alliance / dpa

Auf die Spur des Mannes, der sich als Sammler darstellte, waren Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) durch Zufall gestoßen.

Auslöser waren Routine-Ermittlungen des BKA im Zusammenhang mit sogenannten Dekorations- beziehungsweise Salut-Waffen. Kontakte zur rechten Szene oder Vorstrafen hatte der Mann bislang nicht. Er wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Viereinhalb Jahre später, im Februar dieses Jahres, entdeckte die Polizei bei der Durchsuchung eines Wohnhauses und einer Scheune im selben Ort erneut ein ganzes Kriegswaffenarsenal.

Es wurden unter anderem ein Maschinengewehr, diverse Langwaffen, Panzerfaustköpfe, Mörsergranaten, mehrere Kilogramm Sprengstoff, Chemikalien und Werkstoffe zur Herstellung von Munition sowie Reichskriegsflaggen und NS-Devotionalien sichergestellt, wie die Polizei damals mitteilte.

Es stellte sich heraus, dass es sich um denselben Mann wie 2015 handelte.

Titelfoto: picture alliance / dpa

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