Freundin auf Verlangen ertränkt: So lange muss Frau nun hinter Gitter

Passau - In einem Prozess um Tötung auf Verlangen soll vor dem Landgericht Passau am Mittwoch ab 13 Uhr das Urteil gesprochen werden. 

Am Mittwoch wird das Urteil im Prozess wegen Tötung auf Verlangen erwartet.
Am Mittwoch wird das Urteil im Prozess wegen Tötung auf Verlangen erwartet.  © Daniel Karmann/dpa

Der Staatsanwalt forderte für die 24 Jahre alte Angeklagte am Dienstag zweieinhalb Jahre Haft. 

Der Verteidiger plädierte auf eine zweijährige Bewährungsstrafe in Kombination mit einer Therapie. Die Frau hatte gestanden, eine Freundin im August 2019 in einem See nahe Passau ertränkt zu haben - angeblich auf deren Wunsch hin.

Die 24-Jährige hatte ausgesagt, sie und ihre Freundin hätten sich gemeinsam umbringen wollen. Dafür wollten sie mit einem Auto in einem See untergehen. Der Wagen sei jedoch im Schlamm steckengeblieben. Daraufhin habe die Freundin sie gebeten, sie zu ertränken. Das habe sie getan. 

In ihrem letzten Wort bat sie die Eltern der Toten um Entschuldigung und bedauerte, dass sie sich keine professionelle Hilfe geholt hatten.

Update 13.40 Uhr: Frau wegen Tötung auf Verlangen zu Bewährungsstrafe verurteilt

Für die Tötung auf Verlangen ist eine 24-Jährige vor dem Landgericht Passau am Mittwoch zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Die Angeklagte hatte gestanden, eine Freundin im vergangenen Sommer in einem See in Niederbayern ertränkt zu haben - auf deren Wunsch hin. Danach habe sie sich vergeblich selbst ertränken wollen.

Ihren Angaben nach hätten sie und ihre Freundin bereits mehrfach versucht, sich gemeinsam umzubringen. Bei einem weiteren Versuch wollten die beiden Österreicherinnen mit einem Auto im Rannasee bei Wegscheid (Landkreis Passau) untergehen. Der Wagen sei jedoch im Schlamm steckengeblieben. 

Daraufhin habe die 23-jährige Freundin sie gebeten, sie zu ertränken. Das habe sie getan.

Der Staatsanwalt hatte am Dienstag eine zweieinhalbjährige Haftstrafe gefordert. Der Verteidiger plädierte auf eine zweijährige Bewährungsstrafe in Kombination mit einer Therapie. In ihrem letzten Wort hatte die Angeklagte die Eltern der Toten um Entschuldigung gebeten und bedauert, dass sie sich damals keine psychologische Hilfe geholt hatten. Die Eltern der Getöteten waren Nebenkläger. Sie zweifelten den Suizidwunsch ihrer Tochter an.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über mögliche Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber nicht von dem Gerichtsprozess trennen lässt, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren. Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 0800-1110-111 oder 0800-1110-222 oder 0800-1110-116123.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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