Frau starb qualvollen Tod, doch ihr Lebensgefährte schweigt

Essen - Knapp anderthalb Jahre nach dem qualvollen Tod einer 36 Jahre alten Frau aus Essen muss sich ihr Lebensgefährte seit Freitag vor Gericht verantworten.

Ein 43-Jähriger steht vor Gericht in Essen. (Archivbild)
Ein 43-Jähriger steht vor Gericht in Essen. (Archivbild)  © Bernd Thissen/dpa

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seine Partnerin brutal geschlagen und getreten haben.

Die Ärzte hatten ein Verbluten nach innen sowie eine eitrige Lungenentzündung festgestellt - verursacht durch eine Lungenprellung.

Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Zum Prozessauftakt am Essener Schwurgericht hat sich der 43-jährige Deutsche noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seine Partnerin monatelang isoliert und ihr alle sozialen Kontakte verboten hat.

So soll er ihr unter anderem die Kontokarte und die Wohnungsschlüssel weggenommen haben.

Als es darüber Streit gegeben habe, sei es zu massiven Gewaltausbrüchen vonseiten des 43-Jährigen gekommen.

Frau kollabiert in der Wohnung: Ärzte stellen u.a. extreme Blutarmut fest

Das Urteil für den Lebensgefährten der Frau wird Mitte des Jahres erwartet. (Symbolbild)
Das Urteil für den Lebensgefährten der Frau wird Mitte des Jahres erwartet. (Symbolbild)  © 123RF/Marian Vejcik

Die Frau war im November 2019 in ihrer Essener Wohnung kollabiert. Im Krankenhaus hatte nur noch der Tod festgestellt werden können.

Zum Zeitpunkt der Einlieferung bestand laut Anklage bereits eine extreme Blutarmut. Leber, Niere und Milz waren verletzt, dazu wurden mehrere Rippenbrüche festgestellt.

Außerdem waren die Ohren der Frau entstellt, was laut Staatsanwaltschaft durch Schläge oder durch ein "scharfes Umknicken der Ohrmuschel" passiert sei. In der Anklage ist von sogenannten "Blumenkohlohren" die Rede.

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Beginnende Liegegeschwüre würden außerdem darauf hindeuten, dass die 36-Jährige bereits vor ihrem Tod kaum noch mobil gewesen ist.

Mit einem Urteil ist voraussichtlich im Juni zu rechnen.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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