Baugerüste für eine halbe Million Euro geklaut: Bande vor Gericht

Ulm - Sie hatten sich von September 2019 bis Juni 2020 in ganz Deutschland auf den Diebstahl von Gerüstteilen spezialisiert - nun müssen sich ab Mittwoch (9 Uhr) acht Angeklagte (33-54) vor dem Landgericht Ulm verantworten.

Die Bande klaute Gerüstteile im Wert von etwa einer halben Million Euro. Nun stehen sie vor Gericht. (Symbolbild)
Die Bande klaute Gerüstteile im Wert von etwa einer halben Million Euro. Nun stehen sie vor Gericht. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Ihnen wird unter anderem schwerer Bandendienstahl vorgeworfen. Sieben von ihnen sollen als Mitglieder der Bande ihre Diebestouren untereinander aufgeteilt haben:

Teile der Gruppierung übernahmen laut Anklage die logistische Organisation der Taten, andere kundschafteten die Tatorte aus und mieteten Transportfahrzeuge an.

Die Gerüstteile sollen auf Lastwagen geladen, in ein Lager geschafft und dort für den Weiterverkauf vorbereitet worden sein.

Der achte Angeklagte soll in drei Fällen gestohlene Gerüstteile angekauft und weiterverkauft haben. Ihm wird gewerbsmäßige Hehlerei vorgeworfen. Der Wert der Ware liegt bei etwa 500.000 Euro.

Zahlreiche Verhandlungstermine sind bis in den Juni hinein angesetzt.

Update 14.02 Uhr: Schwieriges Verfahren

Die Männer im Alter zwischen 33 und 54 Jahren sollen in wechselnder Besetzung zwischen September 2019 und Juni 2020 in rund einem Dutzend Fälle auf fremde Firmengelände eingedrungen sein und von dort Gerüstteile gestohlen haben, etwa auch in Ulm und Karlsruhe. Dazu brachen sie demnach Zäune auf und luden ihre Beute, in einem Fall rund 15 Tonnen an Gerüstteilen, auf angemietete Lastwagen. In einem Fall betrug ihre mutmaßliche Beute rund 175.000 Euro.

Der Vorsitzende Richter machte gleich zu Beginn der Verhandlung klar, dass es schwer sein würde, bei der Anzahl der Täter und Taten für jeden Angeklagten genau zu bestimmen, wer Täter oder nur Helfer gewesen sein könnte. Bereits Anfang Januar hatte es laut Gericht ein Gespräch zwischen der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern gegeben. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte dabei deutlich gemacht, dass sie für die Angeklagten mehrjährige Haftstrafen für angebracht hält und am Vorwurf des schweren und versuchten schweren Bandendiebstahls festhalten möchte, wie sie am Mittwoch vor Gericht sagte.

Mehrere der Angeklagten haben ihre Beteiligung an den Taten demnach eingeräumt und können sich nach Angaben ihrer Verteidiger eine Verurteilung als Mithelfer vorstellen. Der Verteidiger eines der Angeklagten sagte, die Männer seien "sehr laienhaft" vorgegangen und ihre Taten zeugten nur von geringer krimineller Energie.

Das Gericht hat daraufhin weitere Gespräche zur Verständigung angeregt. Es sind 17 weitere Verhandlungstage bis Anfang Juni angesetzt.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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