Briefbomben bei Lidl, Capri Sonne und Hipp: 66-Jähriger ab heute vor Gericht

Heidelberg - Für Sprengstoffanschläge auf Lebensmittelfirmen in Süddeutschland muss sich ein 66-Jähriger ab Mittwoch (8.30 Uhr) vor dem Heidelberger Landgericht verantworten.

Die Lidl-Zentrale in Neckarsulm: Im Verwaltungsgebäude ging im Februar eine Briefbombe hoch.
Die Lidl-Zentrale in Neckarsulm: Im Verwaltungsgebäude ging im Februar eine Briefbombe hoch.  © Christoph Schmidt/dpa

Der Elektriker soll selbstgebaute Paketbomben an drei Unternehmen (Lidl, Capri Sonne, Hipp) in Baden-Württemberg und Bayern verschickt haben, um Geld zu erpressen.

Beim Öffnen zweier Sendungen im Februar wurden Menschen verletzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung vor.

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Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

Für das Verfahren sind laut Gericht elf Fortsetzungstermine bis Mitte November geplant. 47 Zeugen und drei Sachverständige sind geladen.

Update, 9.41 Uhr: Angeklagter bestreitet Sprengstoffanschläge

Der Angeklagte hat zum Auftakt der Hauptverhandlung die Vorwürfe gegen ihn bestritten. "Ich bin nicht die von Ihnen gesuchte Person", sagte der 66-Jährige. "Ich hoffe auf Gerechtigkeit."

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Elektriker vor, selbstgebaute Paketbomben an drei Unternehmen in Baden-Württemberg und Bayern verschickt zu haben, um Geld zu erpressen. Beim Öffnen zweier Sendungen im Februar wurden Menschen verletzt. Ein drittes Paket wurde entschärft.

Es geht in dem Verfahren um das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung. Dem Deutschen drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Der 66-Jährige sagte, er sei nicht die Person auf einem Video aus der Ulmer Postfiliale, in der die drei Sendungen aufgegeben worden waren. Er habe auch noch nie anderen Menschen Schaden zugefügt. Der Justiz warf er vor, ihn mit großem Aufwand "zerstören" zu wollen.

Der Rentner äußerte sich vor Gericht zu seinem Werdegang und betonte dabei vor allem sein soziales Engagement unter anderem für Menschen mit Behinderungen. Fragen ließ er keine zu.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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