Versuchter Mord mit Likör und Schaber: Ehefrau sagt aus!

Heidelberg - Nach dem Geständnis einer der beiden angeklagten Frauen im Prozess um einen vorgetäuschten Suizid will sich auch die Ehefrau des Opfers zum Tatvorwurf äußern.

Zwei Frauen müssen sich vor dem Landgericht Heidelberg wegen versuchten Mordes verantworten.
Zwei Frauen müssen sich vor dem Landgericht Heidelberg wegen versuchten Mordes verantworten.  © Uli Deck/dpa

Dem Duo wird versuchter Mord vorgeworfen. Ein Anwalt wird die Stellungnahme der 36-Jährigen am Donnerstag vor dem Landgericht (9 Uhr) Heidelberg verlesen.

Zum Auftakt hatte ihre Freundin angegeben, sie habe sich von der 36-Jährigen zur Attacke gegen deren Ehemann mit einem Cerankochfeldschaber überreden lassen.

Zudem habe sie Angst vor Schlägen der Freundin und zugleich ihrer Chefin in einer Reinigungsfirma gehabt, wenn sie die Anweisungen nicht befolge.

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Der Mann aus Angelbachtal (Rhein-Neckar-Kreis), den seine Ehefrau vor der Tat mit einem Likör voll Schlaftabletten betäubt haben soll, hat einen langen Schnitt in den Unterarm nur durch eine Notoperation überlebt.

Die 57-jährige mutmaßliche Täterin hatte in ihrer Erklärung betont, sie habe den Mann nicht töten wollen.

Laut Anklage wollten die beiden Frauen dem schlafenden Mann die Pulsadern aufschneiden und seinen gewaltsamen Tod wie Suizid aussehen lassen.

Die beiden sollen es auf das Erbe des Endfünfzigers abgesehen haben. Die Eheleute lebten getrennt.

Update, 14.41 Uhr: Ehefrau streitet Beteiligung ab

Die angeklagte Ehefrau des Opfers hat die Beteiligung an der Tat abgestritten. Sie habe mit dem Tötungsversuch an ihrem Mann nichts zu tun, teilte sie vor dem Landgericht Heidelberg am Donnerstag mit. Ihr Anwalt verlas ihre Erklärung vor dem Schwurgericht.

Vielmehr gehe sie davon aus, dass die Mitangeklagte Schlafmittel in das Essen für den getrennt von ihr lebenden Ehemann gemischt habe, um ihn ausrauben zu können. Sie selbst habe kein Motiv gehabt, da sie nach seinem Tod weniger Geld erhalten hätte. Die ebenfalls des versuchten Mordes angeklagte ehemalige Angestellte der Frau hatte angegeben, sie habe sich von der 36-Jährigen zur Attacke gegen deren Ehemann mit einem Kochschaber überreden lassen.

Der Mann wachte davon auf, die Angreiferin entkam unerkannt. Laut Anklage haben die beiden geplant, dem schlafenden Mann die Pulsadern aufzuschneiden und einen Suizid vorzutäuschen, um an sein Erbe zu gelangen.

Zuvor habe ihm die Ehefrau mit Schlaftabletten versetzten Likör und ein Kartoffelgratin vorbeigebracht, um ihn zu betäuben. Die Speise soll ebenfalls präpariert gewesen sein.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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