Illegales Waffenlager: So lange muss der 37-Jährige ins Gefängnis!

Tübingen - Ein 37-Jähriger soll im Landkreis Calw unter anderem mehrere Kriegswaffen, Maschinengewehre und diverse Munition gelagert haben. Das Gericht verurteilte den Mann zu dreieinhalb Jahren Gefängnis.

Tübingen, 22. Juli: Im Prozess am Landgericht Tübingen um ein illegales Waffenlager verdeckt der Hauptangeklagte (r.) neben seinem Anwalt sein Gesicht.
Tübingen, 22. Juli: Im Prozess am Landgericht Tübingen um ein illegales Waffenlager verdeckt der Hauptangeklagte (r.) neben seinem Anwalt sein Gesicht.  © Vanessa Reiber/dpa

Sein Ziel war nach eigener Aussage der Aufbau einer Bürgerwehr. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Thüringer Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz vor.

Am Dienstag (11 Uhr) soll am Landgericht Tübingen ein Urteil gegen ihn fallen.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn im Juli eingeräumt, das Waffenlager aufgebaut zu haben. "Ich habe 2015 aufgrund der Flüchtlingskrise damit begonnen und mich wegen der Unruhen bedroht gefühlt", hatte er ausgesagt.

Nachbarin (†61) in Leipzig brutal erstochen: Urteil gegen Student (31) gefallen!
Gerichtsprozesse Leipzig Nachbarin (†61) in Leipzig brutal erstochen: Urteil gegen Student (31) gefallen!

Den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, auch Sprengstoff hergestellt zu haben, wies er aber zurück.

Auch drei weitere Angeklagte erwartet ein Urteil. Die Staatsanwaltschaft wirft der 24 Jahre alten Lebensgefährtin des Mannes vor, zumindest teilweise von den Waffen gewusst zu haben.

Gemeinsam mit zwei Männern (43 und 48 Jahre alt) soll sie nach der Festnahme ihres Partners einen Teil der Waffen in ein neues Versteck in Ostelsheim (Landkreis Calw) gebracht haben, damit die Polizei sie nicht findet.

Der 48-Jährige wird verdächtigt, weitere Waffen in Magstadt (Landkreis Böblingen) versteckt zu haben.

Update 12 Uhr: Hauptangeklagter muss dreieinhalb Jahre in Haft

Im Tübinger Prozess um den Aufbau eines Waffenlagers ist der Hauptangeklagte zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 37-Jährige mehrere Kriegswaffen, vollautomatische Maschinengewehre sowie diverse Munition und Schussvorrichtungen besaß. Der gebürtige Thüringer habe sogar im Wickelzimmer seiner wenige Monate alten Tochter eine scharfe Waffe gelagert, sagte die Vorsitzende Richterin am Dienstag.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn im Juli zugegeben, das Waffenlager aufgebaut zu haben. "Ich habe 2015 aufgrund der Flüchtlingskrise damit begonnen und mich wegen der Unruhen bedroht gefühlt", sagte er. Den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, auch Sprengstoff hergestellt zu haben, wies er zurück. Für das Gericht stand jedoch fest, dass er Chemikalien für den Bau von kleineren Sprengsätzen besaß.

Die drei Komplizen des Angeklagten wurden zu Bewährungsstrafen und Sozialstunden verurteilt. Laut Gericht haben sie einen Teil des Waffenarsenals weg gebracht, um den Hauptangeklagten zu schützen. Dessen 24-jährige Lebensgefährtin wurde zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, zwei Männer - 48 und 43 Jahre alt - zu einem Jahr und drei Monaten beziehungsweise zu acht Monaten.

Titelfoto: Vanessa Reiber/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Baden-Württemberg: