Mann soll Nachbarin ausgeraubt und ermordet haben: Prozessauftakt

Von Frederick Mersia und Tatjana Bojic

Tübingen - Weil er seine Nachbarin erwürgt haben soll, steht ein 44 Jahre alter Mann von Freitag (9 Uhr) an vor dem Landgericht Tübingen.

Der Angeklagte muss sich vor dem Landgericht Tübingen wegen Mordes verantworten.
Der Angeklagte muss sich vor dem Landgericht Tübingen wegen Mordes verantworten.  © Tom Weller/dpa

Dem Angeklagten aus Rottenburg am Neckar wird vorgeworfen, die 66-Jährige im Januar ausgeraubt und sie dann umgebracht zu haben, um die Tat zu vertuschen.

Der Tscheche lebte demnach in einer anderen Wohnung im selben Haus als Betreuer einer pflegebedürftigen Seniorin.

Am Abend des 7. Januar 2021 soll der Mann in die Wohnung der 66 Jahre alten Frau gegangen sein, um diese zu bestehlen. Dann soll er auf die Frau eingeschlagen und sie gewürgt haben.

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Er stahl dann nach Überzeugung der Anklagebehörde Bargeld, ein Mobiltelefon, eine EC-Karte und weitere Wertgegenstände.

Vermutlich in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages soll der Mann die 66-Jährige erwürgt haben, um eine spätere Anzeige durch sie zu verhindern.

Die 66-Jährige wurde den Angaben zufolge am 8. Januar tot in ihrer Wohnung gefunden. Die Polizei nahm den Nachbarn noch am selben Tag unter dringendem Tatverdacht fest, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Für den Prozess sind vier Verhandlungstage anberaumt.

Update, 10.54 Uhr: Mann gesteht Tötung seiner Nachbarin

Der Angeklagte hat vor dem Landgericht Tübingen die Tötung seiner Nachbarin gestanden. Die 66 Jahre alte Frau habe einen Liebhaber gehabt, die beiden hätten sein Kind kaufen wollen, sagte der Tscheche zum Auftakt der Verhandlung.

Da er bei der Polizei eine Woche vor der Tat keine Hilfe bekommen habe und nicht ernst genommen worden sei, habe er seiner Nachbarin mehrere Male auf die Brust geschlagen. Da sie nicht mehr geatmet habe, habe er ihr später das Genick gebrochen. Bestohlen habe er sie aber nicht. "Ich habe sie nicht beklaut", sagte der 44-Jährige. Er steht wegen Mordes und Raubes vor Gericht.

Der Vorsitzende Richter Ulrich Polachowski äußerte Unverständnis. "Sie gestehen, die Frau getötet zu haben, gleichzeitig bewerfen sie das Opfer mit Dreck." Die Anklagebehörde wirft dem Angeklagten aus Rottenburg am Neckar vor, die 66-Jährige im Januar ausgeraubt und sie dann umgebracht zu haben, um die Tat zu vertuschen.

Der Tscheche lebte demnach in einer anderen Wohnung im selben Haus als Betreuer einer pflegebedürftigen Seniorin.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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