Versuchter Mord? Mann nach drei Bränden vor Gericht

Marbach - Nach den Brandanschlägen auf drei Gebäude in Marbach (Kreis Ludwigsburg) muss sich ein Mann aus der Neckarstadt wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte muss sich ab Montag vor dem Heilbronner Landgericht verantworten. (Archiv)
Der Angeklagte muss sich ab Montag vor dem Heilbronner Landgericht verantworten. (Archiv)  © Sebastian Gollnow/dpa

Er soll in der Nacht zum 3. Oktober zuerst seine eigene Wohnung in Brand gesetzt und im Anschluss mit Molotow-Cocktails eine evangelische Kirche und ein Polizeirevier angezündet haben, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft.

Der Prozess beginnt am Montag (9 Uhr), ein Urteil soll aber erst Ende Juni verkündet werden.

Das Feuer in der Wohnung des damals 42-jährigen Deutschen habe auf das gesamte Mehrfamilienhaus übergegriffen, in dem zu der Zeit vier Bewohner schliefen.

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Zwei Passanten hatten damals die Polizei alarmiert und die Menschen gerettet.

Aus Sicht der Ankläger hatte der angeklagte Mann zumindest billigend in Kauf genommen, dass das von ihm gelegte Feuer nicht nur das gesamte Wohnhaus niederbrennt, sondern auch die schlafenden Nachbarn dabei ums Leben kommen.

Die Feuerwehr hatte Stunden mit den Flammen gekämpft. Das Gebäude war jedoch nicht mehr zu retten. Acht Menschen wurden verletzt.

Danach soll der mutmaßliche Brandstifter Molotowcocktails gegen die Türen der Kirche und des Polizeireviers geworfen haben.

Der Mann hatte sich damals nach Angaben der Polizei in einem "psychischen Ausnahmezustand" befunden. Ob er während der Taten uneingeschränkt schuldfähig war, muss bei der Hauptverhandlung geklärt werden.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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