Nach Serie von Brandstiftungen: Heute Urteil gegen Feuerwehrmann

Heilbronn - Nach einer monatelangen Serie von Brandstiftungen in Gundelsheim (Kreis Heilbronn) und Umgebung erwartet einen angeklagten Feuerwehrmann am Freitag (11 Uhr) das Urteil.

Bei den Bränden wurde rund eine halbe Million Euro an Sachschaden angerichtet. (Symbolbild)
Bei den Bränden wurde rund eine halbe Million Euro an Sachschaden angerichtet. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Der 32-Jährige muss sich vor dem Landgericht in Heilbronn für sieben Brände im Zeitraum von April 2019 bis November 2020 verantworten.

Unter anderem setzte der Deutsche laut Anklage zwei Autos, Hunderte Heustapel, zwei Scheunen, ein Wohn- und ein Gasthaus sowie ein Vereinsheim in Brand.

Der Schaden betrug damals insgesamt rund eine halbe Million Euro. Der Mann hat die meisten Taten eingeräumt.

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Weil ein Schuppen nahe einem Wohnhaus stand, in dem eine vierköpfige Familie schlief, muss sich der gelernte Koch wegen versuchten Mordes verantworten.

Die Staatsanwaltschaft fordert zehneinhalb Jahre Haft, der Verteidiger hält bis zu acht Jahre Haft für ausreichend.

Update, 11.47 Uhr: Zehn Jahre Haft für angeklagten Feuerwehrmann

Der angeklagte Feuerwehrmann ist zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht zeigte sich am Freitag überzeugt davon, dass der 32-Jährige sieben Brände im Zeitraum von April 2019 bis November 2020 gelegt und damit auch Menschenleben gefährdet hat.

Denn in einem Fall stand ein Schuppen in der Nähe eines Wohnhauses, in dem eine vierköpfige Familie schlief. Deshalb musste sich der Deutsche auch unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten.

Unter anderem setzte er nach Überzeugung des Gerichts weitere Autos, Heustapel, eine weitere Scheune und ein Gasthaus sowie ein Vereinsheim in Brand. Der Schaden betrug damals insgesamt rund eine halbe Million Euro. Der Mann hatte im Prozess die meisten Taten eingeräumt und mit einer depressiven Störung erklärt. "Sie hatten sehr, sehr viel Glück, dass nicht noch mehr passiert ist", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

Die Staatsanwaltschaft hatte zehneinhalb Jahre Haft gefordert, der Verteidiger hielt bis zu acht Jahre Haft für ausreichend. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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