1,5 Kilo Stein von Brücke auf Auto geworfen: Mann steht vor Gericht

Memmingen - Wegen versuchten Mordes muss sich ein mutmaßlicher Steinewerfer vom Dienstag (9.30 Uhr) an vor dem Landgericht in Memmingen verantworten.

Wiederholt soll der Angeklagte Stein von Autobahnbrücken geworfen haben. (Symbolbild)
Wiederholt soll der Angeklagte Stein von Autobahnbrücken geworfen haben. (Symbolbild)  © Benjamin Nolte/dpa

Der 42 Jahre alte Mann soll drei Mal im Raum Memmingen von Brücken über der Autobahn 96 Steine auf Autos geworfen haben. Nach Angaben eines Gerichtssprechers bestreitet der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Taten.

Dem türkischen Staatsangehörigen droht eine mehrjährige Haftstrafe, auch die Höchststrafe, eine lebenslange Freiheitsstrafe, ist möglich.

Der Mann wurde aufgrund der Auswertung von Handydaten an einem Tatort festgenommen. An einem Stein sollen DNA-Spuren des in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten gefunden worden sein.

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Ähnliche Prozesse gibt es immer wieder in Deutschland. Eine der folgenreichsten Taten trug sich Ostern 2008 auf der A29 in Niedersachsen zu.

Ein Mann warf einen sechs Kilogramm schweren Holzklotz auf den Wagen einer Familie. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe und tötete eine 33 Jahre alte Mutter.

Der Täter wurde vom Landgericht Oldenburg zu lebenslanger Haft verurteilt.

Urteil für Mitte Oktober erwartet

Im Memminger Fall soll der Angeklagte im November 2020 nachts einen eineinhalb Kilo schweren Stein auf einen Wagen geworfen haben, der sich mit mindestens 110 Kilometern pro Stunde der Brücke näherte. Zuvor soll der Mann im Mai und September 2020 bereits ähnliche Taten begangen haben.

Für den Indizienprozess sind mindestens sechs weitere Verhandlungstage geplant, das Urteil könnte Mitte Oktober fallen.

Titelfoto: Benjamin Nolte/dpa

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