Bestechungsskandal im Stahlwerk: Chef soll Dreiviertelmillion und Luxusküche kassiert haben!

Augsburg - In Schwaben soll der Chef der Lech-Stahlwerke bei einem Auftragnehmer die Hand aufgehalten haben.

Vor den Fabrikanlagen der Lechstahlwerke (LSW) hängt ein Transparent mit der Aufschrift "Stahl bewegt die Welt".
Vor den Fabrikanlagen der Lechstahlwerke (LSW) hängt ein Transparent mit der Aufschrift "Stahl bewegt die Welt".  © Stefan Puchner/dpa

Wegen Korruptionsvorwürfen im Umfang von mehr als 800.000 Euro müssen sich deswegen von Dienstag (8.30 Uhr) an zwei Geschäftsführer und ein Steuerberater vor dem Augsburger Landgericht verantworten.

Ein früherer Chef der Stahlwerke in Meitingen (Landkreis Augsburg) hat sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Bauprojekten dafür schmieren lassen, dass er einem Auftragnehmer überhöhte Rechnungen mit nicht erbrachten Leistungen hat auszahlen lassen.

Neben dem 55 Jahre alten ehemaligen Mitglied der Stahlwerk-Geschäftsführung steht auch der 45 Jahre alte Chef des Auftragnehmers vor Gericht.

Zudem ist ein 58 Jahre alter Steuerberater angeklagt. Den Männern wird Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr sowie Untreue und Beihilfe hierzu vorgeworfen.

Die Wirtschaftsstrafkammer hat bis Mai 19 Verhandlungstage geplant.

Prozess um Bestechung im Umfang von 800.000 Euro bei Stahlwerk

Der Geschäftsführer der Stahlwerke soll insgesamt 765.000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Zusätzlich soll der Mann eine Luxusküche im Wert von 59.000 Euro erhalten haben. Von dem Unternehmen gibt es keine Stellungnahme zu dem Strafverfahren.

Der 45-Jährige und der Steuerberater sind zudem wegen Steuerhinterziehung im Umfang von 1,1 Millionen Euro angeklagt. Sie sollen private Darlehen betrieblich verbucht und den Fiskus so geprellt haben.

Die Lech-Stahlwerke produzieren nach eigenen Angaben mit rund 800 Mitarbeitern jährlich etwa 1,1 Millionen Tonnen Stahl, unter anderem für die Autoindustrie. Der Stahl wird durch die Wiederverwertung von Schrottautos gewonnen. Das Unternehmen bezeichnet sich als größtes Recyclingunternehmen Bayerns.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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