Babyleiche im Müll: Mutter zu drei Jahren Haft verurteilt!

Regensburg - Der Prozess um den Tod eines Neugeborenen in Regensburg isz zu Ende: Am Freitag (15 Uhr) wurde vor dem Landgericht durch den vorsitzenden Richter Michael Hammer das Urteil verkünden.

Der Prozess um den Tod eines Neugeborenen in Regensburg steht vor dem Abschluss: Angeklagt ist die Mutter (25) des Kindes.
Der Prozess um den Tod eines Neugeborenen in Regensburg steht vor dem Abschluss: Angeklagt ist die Mutter (25) des Kindes.  © Daniel Karmann/dpa

Angeklagt war die 25 Jahre alte Mutter des Kindes. Die Staatsanwaltschaft warf ihr Totschlag vor und fordert nun eine sechsjährige Haftstrafe.

Die Verteidiger plädierten auf fahrlässige Tötung und entsprechend lediglich eine Bewährungsstrafe.

Ursprünglich war die Frau wegen Mordes angeklagt. Sie hatte auf Anraten ihrer Verteidiger keinerlei Angaben zu dem schlimmen Vorwurf gemacht.

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Direkt nach der Tat hatte sie gegenüber ihren WG-Mitbewohnern gesagt, es habe sich um eine Totgeburt gehandelt. Später sagte sie - auch gegenüber der Polizei und der psychiatrischen Gutachterin -, sie habe das Kind für tot gehalten.

Die Babyleiche war am ersten Weihnachtsfeiertag in einer Mülltonne entdeckt worden. Laut Obduktion hatte das Mädchen nach der Geburt mindestens eine halbe Stunde oder eine Stunde gelebt.

Es starb durch Ersticken oder Unterkühlung oder durch eine Kombination aus beidem.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter des toten Kindes Totschlag vor und fordert eine sechsjährige Haftstrafe.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter des toten Kindes Totschlag vor und fordert eine sechsjährige Haftstrafe.  © Daniel Karmann/dpa

Update, 15.47 Uhr: Mutter zu drei Jahre Haft verurteilt

Die 25 Jahre alte Frau ist vor dem Landgericht Regensburg für den gewaltsamen Tod ihres Neugeborenen zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Der Vorsitzende Richter Michael Hammer legte ihr am Freitag fahrlässige Tötung zur Last. Im Laufe des Prozesses seien viele Fragen ungeklärt geblieben, etwa, wie genau das am ersten Weihnachtsfeiertag 2020 geborene Kind starb.

Kernproblem sei die Frage: "Können wir sicher ausschließen, dass die Angeklagte annahm, dass das Kind tot ist?", sagte der Vorsitzende Richter. Dies hatte die Frau direkt nach der Entbindung angegeben.

Angesichts widersprüchlicher und immer neuer Angaben während der Ermittlungen und gegenüber der psychiatrischen Sachverständigen attestierte ihr Hammer eine "mangelnde Wahrheitsliebe2 und stellte klar: "Wir glauben ihr nicht."

Letzte Zweifel hätten sich aber nicht mit Sicherheit ausräumen lassen.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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