Patienten bei OPs mit Hepatitis infiziert: Anklage gegen Anästhesisten

Donauwörth/Augsburg - Nach dem Hepatitisskandal am Krankenhaus im schwäbischen Donauwörth hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Narkosearzt erhoben.

In mehr als 50 Fällen soll an der Donau-Ries Klinik ein Arzt bei Operationen Patienten mit Hepatitis C infiziert haben.
In mehr als 50 Fällen soll an der Donau-Ries Klinik ein Arzt bei Operationen Patienten mit Hepatitis C infiziert haben.  © Stefan Puchner/dpa

Der 58 Jahre alte Mediziner soll 51 Patienten aufgrund mangelnder Hygiene mit Hepatitis C infiziert haben.

Die Ermittler werfen dem Mann gefährliche Körperverletzung und weitere Straftaten vor. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, müsse das Landgericht Augsburg nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Der Skandal war im Herbst 2018 bekannt geworden. Der Anästhesist soll selbst medikamentenabhängig gewesen sein und sich in der Klinik Narkosemittel abgezweigt haben.

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Dabei soll der selbst an Hepatitis C erkrankte Mann dann Patienten angesteckt haben, die für Operationen in dem Krankenhaus waren. Die Verteidiger des Arztes hatten während der langwierigen Ermittlungen erklärt, dass sie sich zunächst zu den Vorwürfen nicht äußern wollen.

Hepatitis C heilt in vielen Fällen zwar von selbst aus, kann bei Kranken im schlimmsten Fall nach einigen Jahrzehnten allerdings auch schwere Spätfolgen wie Zirrhose oder Leberkrebs verursachen.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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