Jugendliche (†15, †16) sterben an Überdosis: Mutmaßlicher Dealer schweigt vor Gericht

Augsburg - Nach dem Drogentod zweier Jugendlicher in Schwaben muss sich der mutmaßliche Dealer ab Mittwoch (9 Uhr) vor dem Landgericht Augsburg verantworten.

Das Ortsschild von Nordendorf: In der kleinen schwäbischen Gemeinde wurden die toten Jugendlichen von ihren Eltern entdeckt.
Das Ortsschild von Nordendorf: In der kleinen schwäbischen Gemeinde wurden die toten Jugendlichen von ihren Eltern entdeckt.  © Matthias Balk/dpa

Laut Anklage soll der 34-Jährige von Frühjahr 2019 an mit Marihuana, Kokain und Amphetamin gehandelt haben.

Letzteres soll er auch an einen 16-Jährigen aus Norderdorf (Landkreis Augsburg) verkauft haben. Der Jugendliche nahm die Drogen zusammen mit einem 15 Jahre alten Freund, beide starben daran. Nach Angaben der Ermittler hatte das Amphetamin einen sehr hohen Wirkstoffgehalt.

Die Eltern des älteren Jungen hatten die Leichen Mitte Juni 2020 in ihrer Wohnung gefunden. TAG24 berichtete über die schreckliche Entdeckung.

Mann beobachtet mutmaßliche Leichen-Entsorgung: Polizeitaucher im Einsatz
Polizeimeldungen Mann beobachtet mutmaßliche Leichen-Entsorgung: Polizeitaucher im Einsatz

Wenige Tage danach nahm die Kripo den nun angeklagten Deutschen wegen Verdacht des Drogenhandels fest (TAG24 berichtete). Er soll vier Mal Rauschgift an den 16-Jährigen verkauft haben.

Dem in Untersuchungshaft sitzenden Beschuldigten droht eine langjährige Haftstrafe. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage geplant, das Urteil könnte Ende der kommenden Woche verkündet werden.

Update 9.50 Uhr. Angeklagter schweigt nach Drogentod von Jugendlichen vor Gericht

Der Angeklagte (r) geht im Strafjustizzentrum zur Anklagebank. Der Angeklagte soll zwei Jugendlichen Drogen verkauft haben, an denen die beiden zu Tode kamen.
Der Angeklagte (r) geht im Strafjustizzentrum zur Anklagebank. Der Angeklagte soll zwei Jugendlichen Drogen verkauft haben, an denen die beiden zu Tode kamen.  © Stefan Puchner/dpa

Nach dem Drogentod von zwei Jugendlichen will sich der mutmaßliche Dealer vor Gericht nicht zu den Vorwürfen äußern.

Wie der Verteidiger des 34-Jährigen zu Beginn des Prozesses vor dem Augsburger Landgericht am Mittwoch sagte, werde sein Mandant nichts zu der Anklage sagen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem deutschen Staatsangehörigen vor, dass er mehrfach Drogen auch an einen minderjährigen Arbeitskollegen verkauft habe. Der 16 Jahre alte Auszubildende aus Nordendorf (Landkreis Augsburg) hatte zusammen mit einem 15 Jahre alten Freund synthetische Drogen genommen, als beide im Elternhaus des Älteren übernachteten.

15.000 Bienen landen plötzlich mitten auf Straße: Sperrung und Polizeieinsatz
Polizeimeldungen 15.000 Bienen landen plötzlich mitten auf Straße: Sperrung und Polizeieinsatz

"In Folge des übermäßigen Konsums verstarben die beiden Jugendlichen", erklärte der Staatsanwalt in dem Prozess. Die Eltern des 16-Jährigen fanden die beiden toten Jungen am nächsten Morgen.

Wenige Tage später nahm die Kripo den nun angeklagten Mann wegen Verdacht des Drogenhandels fest. Seit Mitte Juni 2020 sitz er in Untersuchungshaft.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Bayern: